»Eiskalter Mord« an CDU-Politiker Lübcke: Wenn Worte zur »tödlichen Munition« werden

Im Fall des heimtückisch ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke deuten verschiedene Hinweise auf eine Tat hin, die nicht isoliert zu betrachten ist, sondern eingebettet ist in rechtsextreme Netzwerke. Der CDU-Politiker wurde in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Hauses regelrecht hingerichtet. Für den ...

weiterlesen

Bodenspekulation stoppen und das Klima schützen durch Bürgergeld

Mit einem Bürgergeld von 200 €/mtl. für alle in Deutschland lebenden Menschen könnte man sofort klimaschädliches Verhalten verringern und den Anstieg der Bodenpreise und Mieten bremsen Gesellschaftlicher Wandel ist möglich, wenn man, an eingefahrenen Ideologien und gekauften Lobby-Positionen vorbei, in die Zukunft schaut. Zwei Ressourcen müssen ...

weiterlesen

Attac: Ausverkauf kommunaler Grundstücke stoppen und bezahlbare Wohnungen in öffentlichem Eigentum schaffen!

Mit einer Aktion vor der Hauptversammlung der Deutschen Wohnen am Dienstag in Frankfurt haben Aktivistinnen und Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac den Gesetzgeber aufgefordert, die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für bezahlbares und soziales Wohnen zu schaffen. „Die Deutsche Wohnen ist ein Sinnbild dafür, wie das Menschenrecht ...

weiterlesen

NABU - Wolf und Herdenschutz gehen zusammen

Für besseren Herdenschutz: Elf Verbände verständigen sich auf gemeinsame Standards/Kritik an „föderalem Wirrwarr“ zulasten von Wölfen und Weidetierhaltung Ein Bündnis aus elf Organisationen der Landwirtschaft und Nutztierhaltung, des Natur- und Tierschutzes sowie der Jagd hat gemeinsame Empfehlungen für einen bundeseinheitlichen Herdenschutz und Kriterien zur Tötung von ...

weiterlesen

Vollbremsung - Das Auto muss weg!

1. Jedes Jahr sterben 1,35 Millionen Menschen auf den Straßen der Welt durch Verkehrsunfälle, Tendenz steigend. Zählt man die Umweltbelastung durch das Kfz dazu, kommt man damit auf jährlich drei Millionen Tote. Inklusive der autobedingten Umweltverschmutzung macht das von Beginn der Motorisierung an bis zum ...

weiterlesen

Klimaschutz verträgt sich nicht mit Kapitalismus

Ein Telepolis-Interview mit dem Klimaschutzbündnis "Ende Gelände", das in der zweiten Junihälfte eine Aktionswoche im Rheinischen Braunkohlerevier plant "Ende Gelände" versteht sich als ein basisdemokratisches Bündnis, das für Klimagerechtigkeit kämpft - und demnächst mit vielfältigen Protesten die fossile Industrie im rheinischen Braunkohlerevier stören will. Telepolis führte ...

weiterlesen

Die Wahlen zum Europäischen Parlament und in Bremen

Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) hat die Koalition aus Europäischer Volkspartei (EVP) und der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) ihre Mehrheit verloren. Eine neue Dreier-Koalition unter Einschluss der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) ist wahrscheinlich. Neben der ALDE haben die Grünen ...

weiterlesen

»Der Kapitalismus kann nicht reformiert werden« Aufstand gegen »kannibalische Weltordnung«: Bewegungen wie »Fridays for Future« üben grundsätzliche Kritik. Ein Gespräch mit Jean Ziegler

In Ihrem neuen Buch »Was ist so schlimm am Kapitalismus?« sprechen Sie von einer »Zivilgesellschaft« als neuem, historischen Subjekt. Wie darf man sich das vorstellen? Der Kapitalismus ist ein Paradox. Einerseits unglaublich kreativ, die Produktivkräfte entwickeln sich rasant. Aber gleichzeitig hat er eine kannibalische Weltordnung geschaffen. ...

weiterlesen

Die Einkommensschere in Deutschland

Vom Aufschwung der vergangenen Jahre haben vor allem die Menschen profitiert, die ohnehin viel verdienen. Die Ärmsten aber haben weniger. Zu dieser Kernaussage kommt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).[1] Die Autoren sprechen von einem signifikanten »Anstieg der Einkommensungleichheit in Deutschland, der für das ...

weiterlesen

Anstöße zu einer notwendigen Reformdebatte: Kevin Kühnerts Systemkritik

Mit geradezu hysterischer Polemik, deren Heftigkeit verblüfft, haben Wirtschaftsverbände und Sprecher von Unternehmen, unterstützt von vielen Medien und Politiker*innen auf ein Interview des Juso-Chefs Kevin Kühnert reagiert. Die Wochenzeitung »Die Zeit« fragte den Vorsitzenden der Jusos in der SPD: »Herr Kühnert, Sie nennen sich einen Sozialisten. ...

weiterlesen

Eine Chance für den Osterhasen

oster

Mit Saatbomben zu Stadtoasen: Die Bewegung der Gemeinschaftsgärten wird 20

So absurd es klingt, die Bedeutung von Stadt und Land hat sich bereits ins Gegenteil verkehrt. Während auf dem Land die Landschaft mittlerweile weitgehend ausgeräumt ist und per Glyphosat und Precision-Farming auch die letzten Wildkräuter und Saumhecken ausgemerzt werden, entwickeln sich immer mehr die Städte zu Lebensräumen großer Vielfalt und zu Refugien bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Wer zum Beispiel jetzt zu Ostern mal einen echten Feldhasen sehen will, hat laut Leibniz-Institut außgerechnet zwischen den Berliner Plattenbauten die besten Chancen dazu. Auch viele Vogelarten, Bienen, Schmetterlinge, Reptilien, Füchse haben es in Städten mittlerweile besser als auf dem Land.

Dass die Städte grüner werden, dazu hat bundesweit auch eine Bewegung beigetragen, die in diesem Jahr ihren zwanzigsten Geburtstag feiert: die Gemeinschaftsgärten. Den Anfang machten 1996 bosnische Flüchtlinge in Göttingen, sie gründeten auf Kirchenland den ersten “interkulturellen Gemeinschaftsgarten”. Was in etwas gespreiztem Gendersprech daherkam, bereitete einer Bewegung den Weg, die in den kommenden Jahren in einer großen Welle über die Städte schwappte. Heute listet die Dachorganisation Anstiftung & Ertomis in ihrer bundesweiten Übersichtskarte 598 Gemeinschaftsgärten.

Gemeinschaftsgarten Haßloch / Pfalz. Bild Matthias Brake

Mit unkonventionellen Methoden wurden dabei in den letzten Jahren Abrissflächen, Verkehrsinseln, ein ehemaliger Flughafen und sogar Parkhausdächer zu grünen Oasen inmitten der Städte verwandelt. Was vielerorts mit Saatbomben, also mit Blumensamen gefüllten Erdbatzen, begann, die im hohen Bogen auf Stadtbrachen geworfen das Abstandsgrün auf Verkehrsinseln oder Abruchflächen in blühende Wiesen verwandelten, hat sich zu Stadtoasen weiterentwickelt. Die Szene hat sich natürlich auch professionalisiert, die meisten Gemeinschaftsgärtner organisieren sich heute als Vereine. Aber statt den Rückzug ins private Schrebergartenglück zu suchen, legen die neuen Stadtgärtner den Fokus auf Gemeinschaftsaktionen und eine Öffentlichkeitsarbeit, die die Bewohner der Nachbarschaft einlädt mitzumachen.

Hochbeete auf dem Autobahntunnel in Oslos Hafen. Bild: Matthias Brake

Ein wichtiger Aspekt ist auch der Anbau und der Erhalt alter Kultursorten, die Imkerei und die ReUse- und Maker-Szene. Dazu kommen Kunstaktionen und immer mehr auch Angebote für Flüchtlinge, selbst die Hochschulen haben das Thema Landwirtschaft in der Stadt mit all ihren Facetten für sich entdeckt und zum Forschungsfeld erhoben.

Für viele Gemeinschaftsgärtner ist der Anbau von gesundem Gemüse wichtig, nicht durch Hunger getrieben, sondern durch den Wunsch, endlich wieder gesund zu essen – und zwar Gemüse, das wirklich Sonne gesehen hat, ungespritzt ist und nicht über globale Transportwege herangeschafft wurde. Dazu kommt bei den Neugärtnern auch die Freude und das Erfolgserlebnis, selber etwas anzubauen und zu ernten, in einer ansonsten vollkommen arbeitsteiligen, der eigenen Ernährung entfremdeten Gesellschaft.

Der wöchentliche “Home Grown” Market der Dublin Community Gardens. Bild: Matthias Brake

In Deutschland stehen somit die Selbstversorgung oder gar der kommerzielle Anbau auf städtischen Gärten nicht im Vordergrund. Das ist weltweit ganz anders. In vielen Megacities Asiens, Afrikas und Amerikas schließen Gemeinschaftsgärtner mit ihrer Ernte Versorgungslücken und sichern den informellen Gärtnern durch ein Zusatzeinkommen das Überleben. Selbst in im Winter eisigen Kanada haben Studenten Wege gefunden, unter verglasten Hochhausdächern in Montreal Gemüse für den Verkauf anzubauen.

Doch bei uns ist die Existenz der Gemeinschaftsgärten keineswegs gesichert. Sie gelten nur als Zwischennutzer und haben häufig nur Pachtverträge von einem bis zu drei Jahren. Demgegenüber stehen oft hohe Kosten bei der Anlage, zum Beispiel falls Hochbeete eingerichtet werden müssen, wenn der eigentliche Boden noch zu kontaminiert ist. Andererseits entwickeln sich auch viele Kooperationen mit den alteingesessenen Kleingärtnern, die durch den Generationenwechsel der gerade im Gange ist, neue Impulse bekommen, weg vom abgezirkelten Ziergarten hin zum ökologisch orientieren Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze. Und noch ein gemeinsames Anliegen eint die Schreber- und die Gemeinschaftsgärtner: Die Bedrohung der städtischen Gartenflächen durch eine nimmersatte flächenhungrige Bauindustrie, der am besten gemeinsam zu begegnen ist.