Studenten beleben leerstehendes Haus

Eine Gruppe aus Gießener Studenten und Absolventen hat am Montagmorgen ein leerstehendes Gebäude an der Senckenbergstraße besetzt. Sie sprechen von einer "Belebung" des Hauses. Hier die Erklärung der Besetzer*innen 1. Selbstverständnis Das Kultlab ist ein Raum für alle. Es ist ein Freiraum, in dem Menschen sich frei von ...

weiterlesen

100 Jahre Arbeitsgemeinschaft: Konsens statt Klassenkampf

GB und BDA gratulieren sich zu 100 Jahren »Sozialpartnerschaft«. Bundespräsident feiert antisozialistischen Pakt als »historisches Ereignis« Von Nico Popp, junge weltGeschichte, soll Napoleon mal gesagt haben, sei einfach die Lüge, auf die sich die Historiker geeinigt haben. In der Bundesrepublik wird beim Basteln einer nützlichen historischen ...

weiterlesen

Kilometerlang Solidarität

is zu 250.000 Menschen demonstrierten unter dem Motto »Unteilbar« gegen Rassismus, auch soziale Themen standen auf der Agenda Von Claudia Wangerin Massen in Bewegung – sie waren sich zumindest einig, was sie nicht wollen: einen weiteren Rechtsruck Foto: Christian-Ditsch.de Dem Aufruf »#Unteilbar – Solidarität statt Ausgrenzung – für eine ...

weiterlesen

Arisierungsliste Gießen

ERDOGAN LÄSST GRÜSSEN

Schnelles "aus" der Meinungsfreiheit bei der "Gießener Allgemeine Zeitung". Ein 1933er-Nazi hat Freunde in der GAZ-Redaktion, bei Rempel, Sippel & Co. Ein von der „Giessener Allgemeinen Zeitung“ (GAZ) nicht veröffentlichter Leserbrief – keine Meinungsfreiheit in der GIESSENER ALLGEMEINEN ZEITUNG! In der „GAZ“ vom 8.9.2018 konnte die Giessenerin Gaby Rehnelt ...

weiterlesen

Klatsche für RWE

Doppelte Niederlage für Energiekonzern: Hambacher Forst darf vorerst nicht gerodet werden, Demonstrationsverbot aufgehoben. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Freitag im Eilverfahren entschieden, dass der Energiekonzern RWE den Hambacher Forst nicht zugunsten des Braunkohleabbaus roden darf, bis über die Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ...

weiterlesen

Weltweit 1. klimaneutraler Kaffee: Fallstudie offenbart hohes Potential für klimaneutrale Lebensmittel

1. Oktober ist Tag des Kaffees: Fallstudie der Uni Hohenheim in Kooperation mit Firma Hochland Kaffee untersucht Kaffee als Bsp. für Zertifizierung für CO2-neutrale Lebensmittel Knapp ein Viertel aller klimaschädlichen Gase entstehen im Agrar- und Lebensmittelsektor. Nicht nur der Transport der Güter spielt hierbei eine wesentliche ...

weiterlesen

Verkehrswende im Wiesecktal

Die Grundidee Das Wiesecktal verläuft in Ost-West-Richtung und verfügt sowohl über eine Bahnlinie als auch einen überregionalen Fahrradweg, der im Tal läuft. Da die Hauptverkehrsströme und die stark befahrene B49 ebenso verlaufen, ist es einfach, Verkehrsströme ohne großen Aufwand von der Straße auf Bahn und Radverkehr ...

weiterlesen

Istanbul: „Die Baustelle gleicht einem Gefangenenlager“

Mit Bürgerkriegsmaßnahmen und hemmungsloser Demagogie versucht das Erdoğan-Regime, den Kampf von mehr als 30.000 Arbeitern der Baustelle des dritten Istanbuler Flughafens zu unterdrücken. Die Arbeiter kämpfen gegen Todesfälle, schlechtes Essen, schlechte Unterbringung und immer wieder ausbleibende Bezahlung. So wurden bei einem Unfall, der letztendlich Auslöser für ...

weiterlesen

Wir stehen geschlossen für einen Kohleausstieg, der seinen Namen verdient

Gemeinsame Erklärung von BUND, campact, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, NABU, Naturfreunde, WWF und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring Die anhaltende Rekorddürre und die verheerenden Taifune und Hurrikane in Asien und den USA verdeutlichen noch einmal, wie wichtig die Umsetzung unserer völkerrechtlich verpflichtenden Klimaziele ist. Der in den ...

weiterlesen

Völkischer Schulterschluss und Jagdszenen auf Migranten in Chemnitz

Auf dem rechten Auge blind Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz spielt eine dubiose Rolle. Wie weit seine Behörde in den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und sein Umfeld mit V-Leuten und anderen Ermittlern hineinwirkte[1], ist unaufgeklärt. Weshalb sich Maaßen mit Spitzenvertreter*innen der AfD traf, ist von ihm bis ...

weiterlesen

Endspiel im Amazonasbecken

a3dca2a740

Bericht an den Club of Rome: Tropischer Regenwald ist um die Hälfte geschrumpft
Trotz jahrzehntelanger Abholzung gibt es noch riesige Tropenwaldflächen auf der Erde. Doch sie müssen besser geschützt werden. In einem Bericht des Club of Rome wird gewarnt: Bereits die Hälfte ist vernichtet.
tropen
Mächtiger Baum im tropischen Regenwald
Foto: dpa/David Tilman

Der Klimawandel und die industrielle Landwirtschaft werden immer stärker zum Waldkiller. Dies geht aus dem neuen Bericht an den Club of Rome hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach ist fast die Hälfte der Tropenwälder bereits dem Hunger nach Land, Holz, Fleisch, Soja und Palmöl zum Opfer gefallen, wie es in der 352-seitigen Studie heißt. »Das Zusammentreffen von Agrarindustrie, Klimawandel und Zerstückelung der Flächen durch Straßen ist ein tödlicher Giftcocktail«, so Studienautor Claude Martin. »Wenn die Regenwälder verschwinden, kippt unser Klima, und wenn wir den Klimawandel nicht bremsen, werden die Tropenwälder kaum zu retten sein.«

Der Club of Rome, ein Umwelt-Thinktank mit Sitz im schweizerischen Winterthur, sorgte 1972 mit dem Bericht über die »Grenzen des Wachstums« für Furore. Darin wurde auch erstmals auf die Bedeutung des tropischen Regenwaldes für das globale Klima und die Artenvielfalt hingewiesen sowie vor den Folgen eines anhaltenden Kahlschlages gewarnt. Gut 40 Jahre später im mittlerweile 34. Bericht an den Club of Rome liefert der Schweizer Biologe Claude Martin, langjähriger Generaldirektor des WWF International, einen aktuellen Zustandsbericht über die tropischen Regenwälder der Welt. Das Ergebnis: Die verbliebenen Waldflächen am Amazonas, in Zentralafrika und in Asien umfassen noch immer mehr als eine Milliarde Hektar, eine Fläche, die größer ist als die USA, heißt es in dem Bericht. Die Analyse der aktuellen Entwaldungstrends lege aber nahe, dass bis 2050 ein weiterer Verlust von Primärwäldern von mindestens 100 Millionen Hektar zu befürchten ist, was etwa der doppelten Größe Spaniens entspricht. Zwar seien die Abholzungen in den vergangenen Jahren in einigen Regionen deutlich zurückgegangen, doch vom Ziel der Vereinten Nationen, die globale Entwaldung bis 2030 vollständig zu stoppen, sei man weit entfernt.

»Das Endspiel um den Erhalt der letzten Tropenwälder hat längst begonnen«, fasst Claude Martin die aktuelle Situation zusammen. Noch sei das Schicksal der Tropenwälder nicht besiegelt. Es bedürfe aber gewaltiger Anstrengungen, dieses Naturerbe zu bewahren. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten seien die Staaten gefordert, den Waldschutz in den Tropenländern gesetzlich zu verankern, praktisch umzusetzen und Finanzströme umzuleiten. Ein weiterer zentraler Punkt sei die Veränderung des Konsumverhaltens der Menschen in den Industrie- und zunehmend auch in den Schwellenländern. Besonders die Nachfrage nach Fleisch, Futtermitteln und Biokraftstoffen dürfe nicht weiter im großen Stil auf Kosten der Tropenwälder gehen. »Wir essen die tropischen Regenwälder auf«, kritisiert Martin.

Im Amazonasbecken findet sich der mit 530 Millionen Hektar größte Regenwaldblock der Erde, der sich auf neun lateinamerikanische Staaten verteilt. »Brasilien hat große Erfolge im Regenwaldschutz erzielt und kann für andere Staaten als Modell funktionieren«, meint Jörg Andreas Krüger, Leiter des Fachbereichs Biodiversität beim WWF Deutschland. Allerdings sei das Land dabei, die Erfolge kurzfristigen Profitinteressen der Agrar-, Energie und Bergbauindustrie zu opfern.

Die Regenwaldproblematik, die in den 1970er und 1980er Jahren noch im Zentrum der internationalen Umweltdebatte und -forschung stand, ist seither aus dem Fokus verschwunden. Dabei gibt es durchaus neue Erkenntnisse. Nicht nur beschleunigt der Schwund des Regenwaldes, der besonders große Mengen CO2 speichert, den Klimawandel, sondern es gibt auch einen umgekehrten Zusammenhang: Mit fortschreitendem Klimawandel werde der Wald zunehmend in die Zange genommen, erläutert Club-of-Rome-Experte Martin. Dürren und Waldbrände würden stark zunehmen. Kommentar Seite 4

Claude Martin: Endspiel – Wie wir das Schicksal der tropischen Regenwälder noch wenden können, oekom Verlag, München 2015, 352 Seiten, 22.95 Euro.
von Kurt Stenger, nd