Programm Gießener Linke: 100 Prozent sozial - auch nach der Wahl

Die Gießener LINKE ist ein sozialistisches Wahlbündnis und steht für eine bessere Zukunft in und um Gießen. Wir sind Sozialist:innen, demokratische Linke mit unterschiedlichen politischen Biografien, Frauen und Männer, Alte und Junge, Alteingesessene und Eingewanderte, Menschen mit und ohne Behinderungen und wir haben uns erneut ...

weiterlesen

Frauentag - Demo und Kundgebung

"Meine marxistische Sichtweise zeigte mir mit aufschlussreicher Klarheit, dass die Befreiung der Frauen nur in einer neuen Gesellschaftsordnung und einem anderen Wirtschaftssystem stattfinden kann. “ (Alexandra Kollontai) Am 8. März nehmen wir uns die Straße! Gegen den Paragraf 218 und 219a – für eine selbstbestimmte Entscheidung!!! Gegen Feminizide, ...

weiterlesen

Gesellschaften, die die Grenzen des Wachstums nicht beachten, bekommen Corona

as wir brauchen ist eine "neue Aufklärung": eine Aufklärung der klassischen Aufklärung. Kommentar "Die Grenzen des Wachstums" trafen 1972 einen Nerv der Zeit. Das Buch "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" wurde im Jahr des Erscheinens zehn Millionen Mal gekauft. Bis heute sollen ...

weiterlesen

Die Welt impfen: Die EU spielt trotz großer Versprechungen bei der Belieferung der Welt mit Covid-19-Impfstoffen kaum eine Rolle.

Die EU scheitert mit ihrem Versprechen, bezahlbare Covid-19-Impfstoffe "in jede Ecke der Welt" zu liefern. Noch Mitte Dezember hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärt, man werde schon bald "in der Lage sein, unsere Nachbarn und unsere Partner auf der ganzen Welt [mit Impfstoffen, d. ...

weiterlesen

Kreistagsfraktion Gießener Linke: Warum werden CDU und FDP erst jetzt, kurz vor den Wahlen aktiv?

„Monatelang war der CDU und FDP im Landkreis der Schutz der Bewohnter in Alten- und Pflegeheimen keinen Antrag wert.", ärgert sich Reinhard Hamel von der Kreistagsfraktion Gießener Linke. „Wenn der CDU Fraktion - nach eigener Aussage - schon zu Beginn der Pandemie klar war, dass ...

weiterlesen

Gießener Linke beschließt Kandidatenliste für die Kommunalwahl im Landkreis

Auf einer Delegiertenversammlung wählten die Anwesenden den bisherigen Fraktionsvorsitzenden der Kreistagsfraktion, Reinhard Hamel, erneut zu ihrem Spitzenkandidaten. „Ich bedanke mich für das große Vertrauen und freue mich darüber, dass es uns erneut gelungen ist die linken Kräfte in Gießen in einer Bündnisliste zu vereinen. Mit dem ...

weiterlesen

Aus dem Osten kommt das Licht

Ex oriente lux – das Motto des lange währenden Altertums, in dem die Gelehrten der Welt, vor allem aus Europa, nach Bagdad, Isfahan, Luoyang, Ephesos, Alexandria pilgerten, um sich auf den Stand des Wissens zu bringen - in der Medizin, Physik, Mathematik, Astronomie – erfährt ...

weiterlesen

Gießener Linke fordert besonderen Schutz der Risikogruppen

"Was in anderen Regionen möglich ist, das sollte doch wohl auch für den Landkreis Gießen umsetzbar sein", meint der Kreisfraktionsvorsitzende Reinhard Hamel der Gießener Linke in einer Pressemitteilung. Zur Kreistagssitzung im Dezember hat seine Fraktion einen Antrag gestellt, die Schutz und Hilfen für Risikogruppen in ...

weiterlesen

Ausgleichsflächen nur auf dem Papier?

„Da haben wir offenbar in ein Wespennest gestochen“, schreibt Reinhard Hamel als Fraktionsvorsitzender der Gießener Kreistags-Linken in einer Presseerklärung. Hamel spricht damit die Anfrage seiner Fraktion an den Kreisausschuss zur Umsetzung von Ausgleichsflächen an. „Es gibt die gesetzliche Verpflichtung, dass Kommunen bei der Auflage eines ...

weiterlesen

Kreistagsfraktion Gießener Linke legt Verkehrswendebuch vor

In diesem Reader finden Sie zahlreiche Beispiele, Initiativen und Vorschläge für die Umsetzung der Verkehrswende in der Region. Dies war das Ziel unserer Veröffentlichung: Einen Beitrag zu leisten, der die Vielfalt und Qualität der vor Ort entwickelten Positionen und Konzepte aufzeigt und damit hilft, die ...

weiterlesen

Gesellschaften, die die Grenzen des Wachstums nicht beachten, bekommen Corona

neu

as wir brauchen ist eine “neue Aufklärung”: eine Aufklärung der klassischen Aufklärung. Kommentar

“Die Grenzen des Wachstums” trafen 1972 einen Nerv der Zeit. Das Buch “Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit” wurde im Jahr des Erscheinens zehn Millionen Mal gekauft.

Bis heute sollen es 30 Millionen sein. Jetzt sind die tatsächlichen Grenzen des Wachstums weitgehend erreicht. Eine Gesellschaft, welche diese Grenzen nicht beachtet, bekommt Corona.

Gandhi hat vermutet, dass wir aus der Geschichte nur lernen, dass wir nichts lernen. Das können wir uns im Atomzeitalter und im Zeitalter der Klimaerhitzung aber gar nicht mehr leisten, es sei denn, wir wollen das Ende unserer Zivilisation selbst in die Hand nehmen. Wollen wir das wirklich? Oder schaffen wir noch die große Transformation? Wie gelingt uns eine menschengerechte Demokratie ebenso wie nachhaltiges Wirtschaften?

Kirchenvertreter betonen immer wieder, dass Corona “keine Strafe Gottes” sei, aber sehr wahrscheinlich die logische Folge unseres Tuns in den letzten 50 Jahren. Wenn zu viele Menschen ihren Mit-Geschöpfen, den Tieren und Pflanzen, zu wenig Raum lassen, dann erinnert uns die Natur an die Grenzen des Wachstums.

Das gut gemeinte Motto für eine bessere Zukunft kann nicht länger heißen “Der Mensch im Mittelpunkt”, sondern: “Das Leben im Mittelpunkt”. Und das bedeutet eine neue Interdependenz zwischen Mensch und Natur: Mehr Reifen statt ständig Wachsen. Entwicklung statt Wachstum.

Corona als Weckruf

Ich verstehe Corona als Weckruf, endlich die natürlichen “Grenzen des Wachstums” zu beachten. Wenn sich die EU jetzt einen “Green New Deal” verordnet, wenn die deutsche Bundesregierung und die US-Regierung Klimaneutralität bis 2050 und die chinesische Regierung dasselbe Ziel bis 2060 erreichen wollen, dann zeigt das zunächst einmal, dass Grenzen generell und endlich anerkannt werden. Immerhin der Anfang eines Abschieds von der alten Grenzenlosigkeit.

Zumindest theoretisch. Natürlich sind diese neuen “Grenzen des Wachstums” noch lange nicht hinreichend für eine nachhaltige Wirtschaft. Aber doch eine Richtungsänderung. Es gibt immer Alternativen.

Politik, Wissenschaft und Journalismus müssen den Menschen die Wahrheit und die Wirklichkeit zumuten: also sagen, was ist und was sein kann. Auch über die Grenzen des Wachstums. Wir leben noch immer im Öl-Rausch, der nach der Prognose des Club of Rome längst vorbei sein sollte.

Doch das ist auch noch 2022 unsere Lage:

• Die Gletscher schmelzen,
• die Wüsten breiten sich aus,
• die Sturmschäden nehmen zu,
• Weltweit brennen Wälder,
• Tier- und Pflanzenarten sterben schneller aus als je zuvor in den letzten 65 Millionen Jahren, • Methan wird freigesetzt.
• Wir führen einen dritten Weltkrieg gegen die Natur und damit gegen uns selbst. Denn wir sind ein Teil der Natur.
• 1,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
• Täglich verhungern etwa 20.000 Menschen.

Was lernen wir aus der Corona-Krise für die Rettung des Planeten und damit für den Frieden mit der Natur?

Um die Corona-Krise zu überwinden, haben 20 der 30 reichsten Länder der Welt Konjunkturprogramme aufgelegt. Sie sollten die Wirtschaft ankurbeln, Jobs schaffen, aber auch Klimaschutz bieten. Die angekündigten Hilfen belaufen sich auf 15 Billionen Dollar, das sind 15.000 Milliarden.

Doch bis zum 1. Februar 2021 ist der Löwenanteil der Gelder in Sektoren investiert, die der Umwelt und dem Klima eher schaden, nur 40 Prozent der investierten Summe ist als “grün” anzusehen. Das hat der “Green Stimulus Index” der Strategieberatung “Vivid Economics” errechnet. Nur die Ankündigungen der neuen US-Regierung und der “Green New Deal” der EU sieht der “Green Stimulus Index” als Hoffnungszeichen.

Diese Entwicklung zeigt, dass der Abschied vom alten ökonomischen Wachstums-Größenwahn nur gelingen wird, wenn Politik, Wirtschaft und Konsumentinnen eine ökologische Ethik lernen. Die Technik allein oder das herrschende Finanzsystem werden uns nicht retten.

Ein globales Energiesystem, das zu 100% mit sauberer, erneuerbarer Energie betrieben wird, ist nicht nur in den nächsten 10-15 Jahren möglich, es kann auch Geld sparen, Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen, Leben retten und der Menschheit einen Vorsprung verschaffen, um einen außer Kontrolle geratenen Klimawandel zu verhindern. Es ist ökonomisch, sozial, geopolitisch und ökologisch unvernünftig, wenn wir die Zeit bis 2050 hinauszögern.

Der Finanzkapitalismus als Monsterwirtschaft

Die Welt wird heute von wenigen Milliardären beherrscht. Dieser Finanz-Kapitalismus ist zu einer Monsterwirtschaft entartet. Das von Wissenschaftlern so genannte “Anthropozän” ist in Wahrheit ein Kapitalozän.

Das 21. Jahrhundert könnte jedoch zu einem Jahrhundert der Genossenschaften, des Friedens, der erneuerbaren Energien und größerer Gerechtigkeit werden, bei dem das Gemeinwohl eine zentrale Rolle spielt. Eine typisch deutsche Idee aus dem 19. Jahrhundert (Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Herman Schulze-Delitzsch).

Weltweit sind bereits eine Milliarde Menschen in Genossenschaften organisiert. Es gibt immer Alternativen!

Alle Probleme, die von Menschen geschaffen wurden, sind auch von Menschen lösbar. Voraussetzung ist eine Versöhnung von Technik und Ethik. Das ist die neue Aufklärung: eine Aufklärung der klassischen Aufklärung. Sie erhält durch die Corona-Krise eine ganz neue und frische Dynamik.

Eine bessere Welt ist nicht nur möglich, sie ist im Entstehen

Wir brauchen dafür freilich eine Öko-Spiritualität. Unsere materiellen Ressourcen sind begrenzt, hier gelten die “Grenzen des Wachstums”, aber die Ideen unseres Geistes sind es nicht. Um die “Grenzen des Wachstums” zu realisieren, brauchen wir Denker, die träumen und Träumer, die denken.

Eine Gesellschaft, welche die Orientierung verloren hat, braucht neue Vorbilder und einen neuen Sinn für Werte. Um die heutigen Krisen zu lösen, brauchen wir einen neuen moralischen Kompass.

 , telepolis