Kampfdrohnen – der Mythos vom Schutz der Soldat*innen - Gezieltes Töten

Im Eiltempo wollten die CDU/CSU-Verteidigungspolitiker*innen der GroKo vor der Bundestagswahl die Bewaffnung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen beschließen. Rüstungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) war entschlossen, die Entscheidung noch vor dem Jahresende 2020 durchzudrücken. Als gäbe es in Zeiten der Corona-Pandemie nichts Dringenderes als neue Rüstungsprojekte, erklärte AKK Mitte ...

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Gießener Linke beschließt Kandidatenliste für die Kommunalwahl im Landkreis

Auf einer Delegiertenversammlung wählten die Anwesenden den bisherigen Fraktionsvorsitzenden der Kreistagsfraktion, Reinhard Hamel, erneut zu ihrem Spitzenkandidaten. „Ich bedanke mich für das große Vertrauen und freue mich darüber, dass es uns erneut gelungen ist die linken Kräfte in Gießen in einer Bündnisliste zu vereinen. Mit dem ...

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Aus dem Osten kommt das Licht

Ex oriente lux – das Motto des lange währenden Altertums, in dem die Gelehrten der Welt, vor allem aus Europa, nach Bagdad, Isfahan, Luoyang, Ephesos, Alexandria pilgerten, um sich auf den Stand des Wissens zu bringen - in der Medizin, Physik, Mathematik, Astronomie – erfährt ...

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Von Linken bis CDU: Mega-Koalition für Julian Assange

Abgeordnete fast aller Fraktionen im Bundestag bilden eine Arbeitsgruppe für die Freilassung des WikiLeaks-Gründers. Nur die AfD muss draußen bleiben Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen außer der AfD wollen sich in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe für die Freilassung des Journalisten und Gründers der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, einsetzen. Die ...

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Gießener Linke fordert besonderen Schutz der Risikogruppen

"Was in anderen Regionen möglich ist, das sollte doch wohl auch für den Landkreis Gießen umsetzbar sein", meint der Kreisfraktionsvorsitzende Reinhard Hamel der Gießener Linke in einer Pressemitteilung. Zur Kreistagssitzung im Dezember hat seine Fraktion einen Antrag gestellt, die Schutz und Hilfen für Risikogruppen in ...

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Ausgleichsflächen nur auf dem Papier?

„Da haben wir offenbar in ein Wespennest gestochen“, schreibt Reinhard Hamel als Fraktionsvorsitzender der Gießener Kreistags-Linken in einer Presseerklärung. Hamel spricht damit die Anfrage seiner Fraktion an den Kreisausschuss zur Umsetzung von Ausgleichsflächen an. „Es gibt die gesetzliche Verpflichtung, dass Kommunen bei der Auflage eines ...

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Kreistagsfraktion Gießener Linke legt Verkehrswendebuch vor

In diesem Reader finden Sie zahlreiche Beispiele, Initiativen und Vorschläge für die Umsetzung der Verkehrswende in der Region. Dies war das Ziel unserer Veröffentlichung: Einen Beitrag zu leisten, der die Vielfalt und Qualität der vor Ort entwickelten Positionen und Konzepte aufzeigt und damit hilft, die ...

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Hessens rechtes Problem

„NSU 2.0“ Seit Jahren werden Frauen von Rechtsextremen bedroht. Die Aufklärung lässt auf sich warten Timo Reuter | Freitag 41/2020  Der Schock saß tief, damals, kurz vor Weihnachten. Sechs Polizistinnen und Polizisten aus dem 1. Frankfurter Revier hatten über mindestens ein Jahr hinweg rechtsextreme Nachrichten und Hitler-Bilder per Chat ausgetauscht. Doch ...

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Erschreckender Aufwärtstrend bei der Altersarmut

Jahr für Jahr können immer mehr Senior*innen allein von ihrer Rente nicht mehr leben. Der Anstieg der Altersarmut ist ein chronisches Problem, auf dass die politischen Akteure nur mit beruhigenden Worten reagieren. Mittlerweile ist in Deutschland nach Daten des Europäischen Statistikamts (Eurostat) fast jeder Fünfte über ...

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Dannenröder Wald retten – Autobahn stoppen – Verkehrswende jetzt – Tausende zu Protest erwartet

Die Rodungen im Dannenröder Wald in Hessen für den Weiterbau der umstrittenen A 49 stehen unmittelbar bevor: Heute begannen erste Fällarbeiten im benachbarten Herrenwald für die künftige Autobahntrasse. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Aktionsbündnis „Keine A 49“, Campact, Fridays for Future ...

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Jatho zum “Dienstagskranz zu Gießen”

neu

Leserbrief von Jörg Peter Jatho zu dem Artikel von Herrn Thomas Wißner im Anzeiger vom 14. November, S. 21, über den „Dienstagskranz zu Gießen.

Man kann den Artikel von Thomas Wißner in Komposition und Stil als eine Gefälligkeit für einen alten einheimischen Verein ansehen, schon in der Unter­überschrift zur „Pflege der Freundschaft und Förderung einer heiteren Lebens­anschauung“ werden die nett lächelnden Herren unter einem alten Denk­mal

har­monisiernd ins Bild gesetzt. Hinter der verharmlosenden  Fassade der Gemüt­lich­keit ging es jedoch vor allem um Macht und Einfluß durch soziale Vernet­zung, dafür steht z.B. das Foto des Oberbürgermeister Karl Keller (1914-1934) als Repräsentant dieser Verhandlungsbörse für politische Vorentschei­dun­gen.  Die diesbezügliche Ge­schich­te der Stadt Gie­ßen ver­lief weniger harmo­nisch. Die im Text besproche­nen Personen er­lebten zwei grau­sige Weltkriege und den deutschen Nationalso­zialismus und haben sich zum großen Teil kräftig daran beteiligt. Da in Gieße­ner Festreden immer wieder in­ten­siv darauf hinge­wiesen wird, wie verdienstvoll es sei, diese dunkle Vergan­genheit aufzuarbeiten, soll diesem Wunsch hier gefolgt werden.

Auf Anhieb habe ich in meiner NS-Datei zwei Dutzend Personen unter den Mit­gliedern dieses Vereins  gefunden, die als NSDAP-Mitglieder dieser staats­tra­genden Partei angehörten. Mit Namen, Ge­burtsdatum, Beruf, Parteieintritts­da­tum und der Zugehörigkeit zu anderen NS-Organisationen (Minimalzahlen) seien sie hier kurz angeführt:

Bleyer, Ernst, 1885, Bank-Dir., 15.3.40

Prof. Boening, Heinz, 1895, Neurologe, 10.2.40, 7 NS-Org.

Prof. Brüggemann. Alfred, 1882, HNO-Dir., 28.9,37, 12 NS-Org.

Prof. Brüning, August, 1874, Chirurg, 1.4.36, 9 NS-Org.

Dr. Colnot, Hermann, 1888, LandGerPräs, 1.5.33, SA

Prof. Eger, Otto, 1877, Jurist, 8.7.40, (s. Abbildung)

Dr. Engau, Robert.  1882, Ob.Med.Rat, 1.2.32, 6 NS-Org

Engisch. Ludwig, 1900, RA, 1.5.37, Alldt, 7 NS-Org

Frey, Johannes, 1882 Bürgermeister, 1.5.37

Dr med. Gros, Franz, 1885, Arzt, 4.11.40, Alldt

Prof. Hildebrandt, Fritz, 1887, Pharmakologe, 9.10.37, 2 NS-Org

Prof. Klute, Fritz, 1885, Geograph, 4.11.37, Alldt + 6 NS-Org

Prof. Küst, Diedrich, 1888, Vet.Med., 1.5.37, Alldt + 8 NS-Org.

Dr-Lotz, Hugo, 1893, Kreis-Dir/Bgm, 1.3.33, Rede für Rassehygieniker Kranz

Dr med Neumann-Spengel, Werner, 1882, Arzt, 1.4.36 + 8 NS-Org.

Dr. Oßwald, Karl, 1867, ObMedRat, 1.5.33, SA-F + 5 NS-Org

Dr. Pauly, Ernst, 1888, Fabrikant, 1.4.33, SA-F + 5 NS-Org

Prof. Schliephake, Erwin, 1894, inn. Med, 1.5.37 + 7 NS-Org

Prof. Sessous, Georg, 1876, Ernährungswissenschaft, 1.4.33, Alldt + 6 NS-Org.

Thiel, Hermann, 1886, Markscheider, 1.5.33 + 4 NS-Org

Prof. Weitz, Ernst, 1883, Chemie, 1.5.37, + 6 NS-Org

Dr. med Wilhelmi. Hans, 1898, 1.5.33, SS-F + 6 NS-Org

Dr.jur. Wirtz, Wilhelm, 1894, HauptgeschäftsF, 29.11.39

Zimmer, Jakob Friedrich, 1899, RA/DNVP-Politiker, 10.1.39, Alldt + 2 NS-Org

Dozenten hatten darüber hinaus die Möglichkeit, sich in ns-mainstreamkonfor­men Vorträgen zu profilieren oder sich an „wissenschaftlichen“ Unternehmun­gen zu be­teiligen wie z.B. Prof. Hildebrandt 1944 an der Giftgasforschung oder Prof. Klute 1940 den Ostraum Europas „wehrgeographisch“ betrachtend. Aber auch Nichtparteimitglieder haben sich im Nationalsozialismus begeistert enga­giert, wie z. B. der Bankdirektor (und Militarist) Ludwig Grießbauer, ein Macht­mensch und enger Freund Otto Egers. Es war also das akademische Bildungs­bür­gertum, das in der Universitätsstadt Gießen die Hitlerbewegung hauptsäch­lich motiviert hat. Jakob Friedrich Zimmer geriet in den 80ern posthum in eine hefti­ge Kontroverse zwischen dem lokalen Geschichtsverein und einer Rei­mann­-Grup­pe durch eine Ausstellung, in der er wegen seiner rechtsradikalen Vergan­gen­heit als 2. ASTA-Vorsitzender, Mitglied des Völkisch-Sozialen Blocks (der NS-Vorgängerpar­tei von 1924) und seiner Rolle als DNVP-Vorsit­zen­der in Gie­ßen (diese Partei verhalf 1933 Hitler zur Macht) zu Recht kriti­siert worden ist.

In einer Schrift des Vereins von 1940 „Der Dienstagskranz in Gießen. Seine Ge­schichte von 1825 bis 1940“ werden Juden, die in der Gießener Kulturgeschich­te ja durchaus eine Rolle gespielt hatten, nicht mehr erwähnt. Es wird aber dort auf den „unserm deut­schen Volke nun schon wieder aufgezwungenen Krieg“ ver­wie­sen und dieser mit „Heil und Sieg!“ begrüßt.