PRO ASYL: Bahnbrechendes Urteil aus Griechenland – Ende des EU-Türkei-Deals?

Der Oberste Gerichtshof Griechenlands hat in einem wegweisenden Urteil verkündet: Die Türkei ist kein “sicherer Drittstaat” für Flüchtlinge. Das hat Signalwirkung für ganz Europa, bedeutet vermutlich gar das Ende des EU-Türkei-Deals. Auch bei den deutschen Koalitionsverhandlungen sollte das Urteil beachtet werden.  Griechenlands oberstes Verwaltungsgericht hat am ...

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Freigabe der A49 - Mit Vollgas in die Klimahölle

Aktion am Danni: Mit Vollgas in die Klimahölle Anlässlich der geplanten Freigabe der umstrittenen A49 am Freitag den 21. März, haben Aktivist*innen eine deutliche Botschaft an einer Autobahnbrücke im Dannenröder Wald hinterlassen: „Mit Vollgas in die Klimahölle“, „Danni lebt!“. Im Zuge der Feierlichkeiten im Rahmen der Einweihung ...

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Das Comeback der Linkspartei

Während die Linkspartei noch in der zweiten Januarhälfte bei Umfragen zwischen 3% und 4% lag, erreichte sie im Endergebnis der Bundestagswahl 8,8% – ein Aufstieg wie Phönix aus der Asche. Denn der lange infrage stehende Wiedereinzug mit 64 Abgeordneten in den Bundestag ist erfolgreich erkämpft worden, ...

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370 Superreiche warnen: Zu viel Geld gefährdet Demokratie

Dramatischer Appell an die Politik. Superreiche fordern höhere Steuern – für sich selbst. Zu diesem Schritt bewogen hat sie eine einfache Erkenntnis. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Hilfsorganisation Oxfam ihren neuen Ungleichheitsbericht [1]. Das Vermögen eines Milliardärs vergrößerte sich im vergangenen Jahr im Schnitt um zwei ...

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Wohnfläche

Zu viel und zu wenig. Umverteilung im Bestand ist nötig. Der Wohnraum, der Haushalten zur Verfügung steht, gilt als wichtiges Maß zur Beurteilung der Wohnverhältnisse und hat sich im letzten Jahrhundert als Indikator für den gesellschaftlichen Wohlstand etabliert. Die Frage nach der ausreichenden Größe der Wohnungen ...

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Bezahlkarte für Geflüchtete: »Wir können gern eine für Politiker einführen«

HeHessen: Bündnis hilft Geflüchteten, trotz Bezahlkarte an Bargeld zu kommen. Ein Gespräch mit Desiree Becker Interview: Gitta Düperthalssen: Bündnis hilft Geflüchteten, trotz Bezahlkarte an Bargeld zu kommen. Ein Gespräch mit Desiree Becker Interview: Gitta Düperthal Auch das von CDU und SPD regierte Bundesland Hessen führt aktuell ...

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Zwei Koalitionsverträge mit dem BSW: »Es ist die Brombeerzeit, die dunkle«

Was war das für ein Anfang. Zuerst wurde eine Partei gespalten, dann eine neue gegründet und die trug fortan den Namen ihrer Vorsitzenden. Ihr Bildnis strahlte den Wählenden in Thüringen ebenso wie zeitgleich in Brandenburg und Sachsen auf tausenden Plakaten entgegen; andere Köpfe dieser Partei ...

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Warnstreiks bei VW: »Einer der härtesten Konflikte, die Volkswagen je gesehen hat«

Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat haben beim Automobil-Konzern VW zu Warnstreiks aufgerufen, um so den Druck in der aktuellen Tarifrunde zu erhöhen. Die war am Donnerstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Bereits in der Nacht zum Sonntag hatten rund 300 Volkswagen-Beschäftigte und Metaller ...

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Nach der Trump-Wahl: Auf ultrarechtem Kurs

Die künftige US-Regierung schwenkt mit mehreren designierten Ministern auf einen ultrarechten, hart antichinesischen Kurs ein – in einer Zeit, in der Deutschland in wachsende Abhängigkeit von den USA geraten ist. 15 Nov 2024 WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) – Die künftige Regierung der USA, des wichtigsten NATO-Verbündeten der Bundesrepublik, wird neben ...

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Zu Hintergründen des Wahlergebnisses - Trump wird wieder Präsident der USA

Das Rennen zwischen dem Republikaner Donald Trump und der Demokratin Kamala Harris um die nächste Präsidentschaft in den USA ist entschieden, der Sieger heißt Trump. Stand 6.11. 13:30 Uhr werden mindestens 276 Wahlleute für ihn stimmen. Auch die beiden Kammern des amerikanischen Kongresses waren hart ...

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Leserbrief zu Dieter Hoffmeister (OKB) in Sachen Walter Kröll

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Zu dem Leserbrief von Herrn Dieter Hoffmeister vom 3.9.2021 “Werk des Künstlers wird vollständig ausgeblendet”, in dem ich u.a. auch genannt bin, bitte ich Sie um den Abdruck des folgenden Leserbriefs. Sollte er wider Erwarten zu lang sein, rufen Sie mich bitte wegen Kürzung wieder an.

Schon der Titel des Leserbriefes “Werk des Künstlers wird vollständig ausgeblendet” ist irreführend – darum ging es doch gerade, daß man Krölls Werke von 1933-1943, und damit seine Nazi-Vergangenheit, bisher verschwiegen hat (Werke u.a. Pimpfe, HJ-Hitlerjungen, Aufbruch, Fahnenträger, “Front- und Soldatenbilder”, großes Hitlerbild in der Aula, Trommler, Soldatenkopf, Kameraden). Der Ruhm der Künstler (s. Hitlers Selbstverständnis als Künstler!), die von den Nazis mit deren gezielter Förderung der Künste in ihrem Sinne besonders von anderen Gruppen abgehoben wurden, verschaffte ihnen in der damaligen Pseudo-Öffentlichkeit eine spezifische Vorbildfunktion – man kann deshalb deren Nazi-Vergangenheit nicht einfach, wie es Dieter Hoffmeister versucht, als nicht mehr bedeutsam (“wenig fruchtbar”) abtun mit dem Argument, daß sie natürlich nach 1945 noch andere Bilder gemalt haben. 1940 – zur Ausstellung seines großen Hitlerbildes in der Aula – war Kröll mit fast 30 Jahren eben kein unverantwortlicher Jugendlicher mehr und jeder Miterlebende hat die Behandlung der Juden ab November 1938 anschaulich mitbekommen – sowie die Behandlung der Linken und aller Andersdenkenden als “Untermenschen” schon vor den späteren Massenmorden – und konnte deshalb über den Charakter dieses Regimes nicht mehr im Zweifel sein. Zur Frage seiner Nazi-Überzeugung: schließlich dürfte  Kröll auch den Rasseblödsinn geglaubt haben – so emphatisch wie er seinen Führer gemalt hat.

Zu den NSDAP-Mitgliedern des Oberhessischen Künstlerbundes gehörten mit Partei-Eintrittsdatum: Lotte Bingmann-Droese, 1.5.33, mit Aufträgen für Kasernen und Lazarette, Carl Bourcarde, 12.2.41, schuf 1938 das Relief an der Bergkaserne mit Blut-und-Boden-Ideologie, danach eine Führer-Büste, einen Führer-Kopf und einen “Krieger”, mit der hakenkreuzgeschmückten Gruppe “Vereine Kräfte” brachte er es im Juli 1941 bis in die Nazi-Staatsausstellung in München, Heinz Geilfus, 1.9.32, er stattete im April 193 einen Bad Nauheimer Hitlertag aus, Ludwig Güngerich, 1.5.33, 1952-1970 Vorsitzender des OKB, er schuf 1936 eine Hitler-Büste und 1938 eine Goebbels-, eine Clementia- und eine Duce-Büste, Göring-Bildnisse und später noch expressive Kriegerköpfe, Hellmuth Mueller-Leutert,  1.3.33, war schon 1933 und wieder 1942 mit einer Hitler-Büste vertreten, Wilhelm Viehmann, 1.7.37, beschränkte sich zwar u.a auf Hüttenberger Trachten, gehörte aber immerhin 7 NS-Unterorganisationen an. Auf die damaligen teilweise exzessiven Belobigungen gehe ich hier nicht ein.

Noch im Juni 1943 veranstaltete der OKB in Bad Nauheim eine Kunst-Ausstellung zur Wehrkraftertüchtigung (“Aufrüstung der Herzen”). Das von Hoffmeister behauptete “mutige” Ausbrechen  des OKB aus “der ideologischen Bevormundung” des NS  von 1943 erscheint deshalb sehr unwahrscheinlich. Wenn es dafür ein belegendes Zitat wirklich gibt, sollte er es bald veröffentlichen oder noch besser das betreffende Dokument öffentlich ausstellen. Die Künstler sind doch auch sonst sehr auf die Veröffentlichung ihrer Werke erpicht. Da bisher nichts Konkretes über eine geistige Wandlung des OKB von 1943 aufgetaucht ist, bleibt dem kritischen Betrachter nur die Vermutung, daß es sich wieder einmal um die übliche Weißwäscherei der Jahre 1945ff. vor den Entnazifizierungsausschüssen handelt. – Das Abbrechen der “Entnazifizierung” 1947/48 durch den Kalten Krieg hat bis heute immer wieder zum Aufflammen des Antisemitismus und zur Wiederbelebung rechtsradikaler Parteien geführt.
Jörg-Peter Jatho, Gießen
(Diesen Leserbrief hat die Gießner Allgmeine nicht veröffentlicht. Dort erschien auch der Lesrbrief von Hoffmeister.)