Kapital hat gewählt

Die deutsche Industrie traf sich in Berlin mit ihren Lieblingsparteien. Es ging harmonisch zu Der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) richtete am Montag und Dienstag im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt seinen jährlich wichtigsten wirtschaftspolitischen Kongress aus, den »Tag der Deutschen Industrie«. Gestern marschierten dort ...

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Die Gesamtkonzernsteuer - Systemwechsel bei der Unternehmensbesteuerung

Dass etwas dagegen Steuervermeidung internationaler Konzerne unternommen werden muss, scheint unstrittig, nur wie dem Problem beizukommen ist – darüber ist sich die Fachwelt uneinig. Während der Anti-BEPS-Aktionsplan der OECD und G20 größtenteils auf Korrekturen des bestehenden Systems setzt, sprechen sich Befürworter*innen der Gesamtkonzernsteuer für einen ...

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Der laute Ruf nach dem Ende der Austerität

Die Konservative Partei und Premierministerin Theresa May hatten als Grund für die um drei Jahre vorgezogene Parlamentswahl angegeben, dass ein stabiles Mandat mit einer größeren parlamentarischen Mehrheit notwendig sei, um gegenüber der Europäischen Union einen harten Brexit durchsetzen zu können. Dieses Wahlziel haben sie eindeutig ...

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Die Quasi-Privatisierung der öffentlichen Fernstraßen

Ein politischer Krimi mit Schäuble als Strippenzieher 01.06.2017 / Axel Troost Es ist bereits viel über die drohende Privatisierung der Fernstraßen, einem Filetstück unseres öffentlichen Eigentums, geschrieben worden.[1] Leider machen die Umstände eine weitere Kolumne unumgänglich. Denn es ist geradezu ein politischer Krimi, wie Finanzminister Schäuble und die ...

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Wie starb Benno Ohnesorg?

Ein halbes Jahrhundert 2. Juni 1967 Klaus Gietinger Noch heute gehört der 2. Juni 1967 zu jenen Daten der deutschen Geschichte, die sich im kollektiven Gedächtnis eingebrannt haben. Es ist der Tag, an dem der Student Benno Ohnesorg starb – erschossen vom Polizisten Karl-Heinz Kurras. Ein neuer ...

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Strategie für mehr Investitionen, mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa

Die überparteiliche Initiative »Restart Europe Now!« will den vorherrschenden Lösungsstrategien bei der Überwindung der Krisen in der Europäischen Union eine klare Alternative entgegensetzen. Die InitiatorInnen, europapolitisch engagierte Menschen aus verschiedenen Parteien und Organisationen – zu den Erstunterzeichnern gehören u.a. Gesine Schwan (Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission), Franziska Brantner ...

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Flagge gezeigt...

Eine Einzelrichterin des Gießener Amtsgerichtes hat am Mittwochmorgen den gegen einen 36-jährigen Deutschen, kurdischer Abstammung, verhängten Strafbefehl in Höhe 1600 Euro im Zuge einer Hauptverhandlung bestätigt. Sie befand damit den Familienvater für schuldig, zwischen dem 9. März und 9. Mai vergangenen Jahres zwei Bilder von ...

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Leithammel sucht Leitkultur

Kultur bedeutet immer Verzicht und Ausschluss – der Bundesinnenminister ruft dazu auf, das »vorzuleben« Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsre weit und breit, wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit. Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1838) Von Kultur ist immerfort die Rede, ...

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Im Geiste mitmarschiert

Die jüngst bekannt gewordenen positiven Bezüge auf NS-Traditionen bei Bundeswehrsoldaten und -einheiten finden sich auch in aktuellen Publikationen deutscher Militärs. Das von dem designierten Generalstabsoffizier Marcel Bohnert herausgegebene Buch "Die unsichtbaren Veteranen" kann hierfür als Beleg dienen. In dem Band heißt es unter anderem, der ...

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Paris und Kiel: Die Sozialdemokratie endgültig auf dem Abstellgleis

In Frankreich ist das passiert, was man erwarten konnte und ich will nicht wiederholen, was ich vor 14 Tagen dazu gesagt habe (hier[1]). Der neue Präsident wird in wenigen Tagen in personeller Hinsicht darlegen müssen, wie sein neuer/alter Weg aussieht. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen, aber nach ...

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Uni Gießen will Tierversuche zementieren

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Neues 3R-Zentrum soll von Tierexperimentator geleitet werden

Hessen will die Zahl der Tiere in den Laboren spürbar verringern. Doch die bereitgestellten zwei Millionen Euro „fließen großenteils in die Zementierung des tierexperimentellen Systems“, kritisiert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche. An der Justus-Liebig-Universität Gießen wird mit Landesmitteln ein 3R-Zentrum aufgebaut, bei dem Leiter und Lehrstuhlinhaber mit Tierexperimentatoren besetzt werden sollen.

Zwei neue Professuren an den Universitäten Frankfurt und Gießen sollen zur Vermeidung von Tierversuchen beitragen, so der vor rund anderthalb Jahren bekannt gegebene Plan des hessischen Wissenschaftsministers Boris Rhein. Über einen Zeitraum von fünf Jahren steckt das Land Hessen zwei Millionen Euro in dieses Projekt. „An sich ein sehr löbliches Vorhaben, doch der Teufel steckt im Detail“, weiß Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende des Vereins Ärzte gegen Tierversuche.

Der Schwerpunkt der neuen 3R-Professur an der Universität Frankfurt liegt auf der Verringerung und dem Ersatz von Tierversuchen. Dagegen wird in der aktuellen Ausschreibung für den Koordinator des 3R-Zentrums in Gießen ein Fachtierarzt für Versuchstierkunde mit „mehrjähriger Erfahrung im Bereich biomedizinischer Forschung (Schwerpunkt Labornager)“ gesucht. Zu den Aufgaben des neuen Leiters zählen die Fortbildung der tierexperimentell tätigen Mitarbeiter und der Aufbau eines Masterstudiengangs “Laboratory Animal Medicine/Science“. Die bereits vor einem Jahr ausgeschriebene Stelle für die hier angesiedelte 3R-Tierschutzprofessur liest sich ähnlich. „3R“ steht für die englischen Begriffe „Reduce, Refine, Replace“, d. h. Reduzierung, Verfeinerung und Ersatz von Tierversuchen, wobei die Uni Gießen den Schwerpunkt auf die Verfeinerung legt. Darunter sind Maßnahmen zu verstehen, mit denen das Leid der Tiere verringert werden soll, etwa durch Gabe von Schmerzmitteln oder bessere Haltungsbedingungen.

Als „Augenwischerei“ bezeichnet Tierärztin Gericke das 3R-System. „Dass es in Gießen nicht um eine Abkehr vom Tierversuch geht, machen die Stellenausschreibungen mehr als deutlich. Das 3R-Konzept kratzt lediglich an der Fassade, stellt das falsche Wissenschaftssystem des Tierversuchs jedoch nicht in Frage. Nach außen wird Tierschutz verkauft, tatsächlich werden damit aber Tierversuche auf immer und ewig zementiert“, so Gericke. Nach Aussage des Ärztevereins sind Tierexperimente prinzipiell kein geeignetes Mittel des Erkenntnisgewinns für die medizinische Forschung und darüber hinaus moralisch verwerflich. „Es ist ein Skandal, dass ein an sich guter Schritt der Politik dermaßen ins Gegenteil verkehrt wird“, moniert Gericke.

Andere befänden sich hier längst auf der Überholspur. So treiben die Niederlande einen stufenweisen Ausstieg aus dem Tierversuch voran und wollen bis 2025 führend auf dem Gebiet der tierversuchsfreien Forschung werden.

Die Ärzte gegen Tierversuche kritisieren überdies, dass zwei Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre ein Almosen sind verglichen mit den Milliarden Steuergelder, mit denen Tierversuche jährlich finanziert werden.

In Hessen wurden im Jahr 2015 mehr als 280.000 Tiere in Tierversuchen verwendet, das entspricht 10 % der insgesamt 2,8 Millionen Tiere.

Ärzte gegen Tierversuche

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