Ruf nach sozialer Mobilitätswende wird lauter

Bündnis aus Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden macht Verkehrsministerkonferenz Dampf. Umweltgruppen begleiten die Veranstaltung mit sportlichen Protestformen Nicht nur einige Dutzend junge Menschen, die sich an waghalsigen "Autofrei"-Kletteraktionen von Umweltgruppen in und um Bremen beteiligten und so zeitweise Straßen blockierten, haben an diesem Donnerstag anlässlich der Verkehrsministerkonferenz ...

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Tarifpolitik in der Corona-Krise

Nach Warnstreiks von rund einer Million Metaller:innen und sieben Verhandlungsrunden gelang in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie der Durchbruch. Die Tarifparteien einigten sich auf einen Pilotabschluss für bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigte. Die Tarifeinigung enthält neben einem relativ bescheidenen Entgeltzuwachs auch innovative Elemente, mit denen sich ...

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Digitalisierung in Kommunen: Deutschland in der Vormoderne

Unter Corona-Bedingungen wurden viele Rathäuser für den Publikumsverkehr geschlossen und öffentliche Gemeinderatssitzungen abgesagt, Digitalisierung hat die Lücke nicht geschlossen Im Zusammenhang mit den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass die Digitalisierung in Deutschland noch tief in den Kinderschuhen steckt. Dass es auch bei der ...

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Kollege Fallmanager: Gewerkschaftliche Loyalitäten im Hartz-IV-System

Rassismus-Vorwürfe gegen Jobcenter-Beschäftigte bringen ver.di-Vizechefin auf die Palme. Nicht alle Mitglieder der Gewerkschaft teilen ihre Empörung. Tatsächlich geht es auch um den Umgang mit Macht Verärgert und verständnislos hat die stellvertretende ver.di-Chefin Christine Behle Anfang der Woche auf Rassismus-Vorwürfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands gegen Jobcenter reagiert."Wir finden ...

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Den rechten Rand weiter im Blick behalten: Die Kommunalwahlen in Hessen

Das vorläufige Kommunalwahlergebnis für Hessen vom 14. März 2021 sieht die CDU trotz leichter Verluste vorn. Laut Statistischem Landesamt in Wiesbaden erreichten die Christdemokraten 28,5% der Stimmen, zweitstärkste Kraft wurde die SPD mit 24,0% – allerdings mit erheblichen Verlusten von insgesamt 4,5 Prozentpunkten im Vergleich ...

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Eine Neue Wohnungsgemeinnützigkeit muss her

von Gewerkschaftsforum Dortmund Die Proteste der Mieterinitiativen gegen Wohnungsnot und steigende Mieten haben nun auch bundesweit Gehör gefunden. Nun sollte es darum gehen, die nächsten Schritte zur Durchsetzung bezahlbaren Wohnraums für alle zu konzipieren und auf der Bundesebene kampagnenfähig zu machen. Eine Kampagne für eine (Wieder-) Einführung ...

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Dekrete der Pariser Kommune

Morgen jährt sich der Tag, da die Arbeiterinnen und Arbeiter von Paris zum ersten Mal in der Geschichte der Klassenkämpfe die Herrschaft der Arbeiter errichteten, die Diktatur des Proletariats, zum 150. Mal Das erste Dekret der Pariser Kommune war die Abschaffung des stehenden Heeres und seine ...

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Der unendliche Ausnahmezustand

Erwünschte und unerwünschte Ängste im Corona-Lockdown: Ignorierte Kollateralschäden und Gründe der Akzeptanz für die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" (Teil 1) Spätestens bis zum 31. März 2021 muss der Deutsche Bundestag wieder zusammentreten, um darüber zu beraten und zu entscheiden, ob immer noch eine "epidemische Lage ...

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Gesellschaften, die die Grenzen des Wachstums nicht beachten, bekommen Corona

as wir brauchen ist eine "neue Aufklärung": eine Aufklärung der klassischen Aufklärung. Kommentar "Die Grenzen des Wachstums" trafen 1972 einen Nerv der Zeit. Das Buch "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" wurde im Jahr des Erscheinens zehn Millionen Mal gekauft. Bis heute sollen ...

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Kreistagsfraktion Gießener Linke: Warum werden CDU und FDP erst jetzt, kurz vor den Wahlen aktiv?

„Monatelang war der CDU und FDP im Landkreis der Schutz der Bewohnter in Alten- und Pflegeheimen keinen Antrag wert.", ärgert sich Reinhard Hamel von der Kreistagsfraktion Gießener Linke. „Wenn der CDU Fraktion - nach eigener Aussage - schon zu Beginn der Pandemie klar war, dass ...

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Von den Vorteilen der “intellektuellen Demut”

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Besserwisser neigen zur Überschätzung ihres Wissens und ihrer kognitiven Fähigkeiten – und sind wahrscheinlich unangenehmere Zeitgenossen

Es scheint mitunter so zu sein, dass diejenigen, die am wenigsten wissen, überzeugt sind, gut informiert zu sein. Kürzlich hatten Wissenschaftler eine Studie veröffentlicht, nach der Facebook-Benutzer, denen es reicht, nur die Vorschau von verlinkten Artikeln im Newsfeed zu lesen, ihr dadurch gewonnenes Wissen gerne überschätzen. Sie seien getrieben von Gefühlen und suchten diese, es reiche ein kurzer Blick, um von ihrem angeblichem Einblick in Sachverhalte überzeugt zu sein, ohne weiter nach wirklicher Korrektheit suchen oder den gesamten Artikel lesen zu müssen. Es fehlt ein Bewusstsein über die Begrenztheit ihres Wissens.

Das lässt sich auch andersherum ausdrücken und folgt den Spuren von Sokrates, dessen Leitspruch gewesen sein soll: “Ich weiß, dass ich nichts weiß.” Was nicht heißen soll, die Scheuklappen beruhigt zu schließen, sondern mit eigenem Denken und Hinterfragen zu versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ein bisschen einfacher ausgedrückt, scheint es so zu sein, dass die Menschen, die sich und anderen gegenüber eingestehen können, dass ihr Wissen und ihre Anschauen nicht richtig sein können, also hinterfragbar sind, eigentlich mehr wissen und schlauer sind als die Wahrheitsverkünder, die von der Richtigkeit ihrer Meinungen und ihres Wissens überzeugt sind.

Psychologen unter Leitung von Elizabeth Krumrei-Mancuso von der Pepperdine University sprechen in ihrem Beitrag im Journal of Positive Psycholog von einer “intellektuellen Demut” der Menschen, die zur Selbstkritik imstande sind, weil sie akzeptieren, falsch liegen zu können. Das bedeutet letztlich auch, dass sie neugierig und bereit sind, Neues zu erfahren oder zu lernen. Wer sich intellektuell verbarrikadiert, will eben auch nichts mehr wissen und lehnt Neues ab, weil er seinen Ansichten zu sehr vertraut.

Um zu erkunden, welche Auswirkungen “intellektuelle Demut” auf das Wissen oder das Lernen hat, führten die Psychologen fünf Befragungen mit insgesamt 1200 Versuchspersonen durch. So wurden Versuchspersonen beispielsweise um die Einschätzung ihrer Problemlösungsfähigkeiten im Vergleich mit anderen Menschen gefragt und dann einem entsprechenden Test ihrer kognitiven Fähigkeiten unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dass die “Nicht-Alles-Wisser” gerne ihre kognitiven Fähigkeiten unterschätzen, während die “Alles-Wisser” sie überschätzen. Mehr Männer gehören zu den Alleswissern als Frauen.

Die Lage ist allerdings nicht ganz einfach. In einem weiterem Test mit Studenten schnitten die Alleswisser, die zu Beginn ihres Studiums nach ihrer Selbsteinschätzung gefragt wurden, etwas besser im Notendurchschnitt ab als die Selbstzweifler. Wer leicht lernt oder weiß, dass er gute Noten erhält, ist naheliegenderweise deswegen auch von sich überzeugter. Allerdings gab ein anderer Test, der Allgemeinwissen untersuchte, dass “intellektuelle Demut” mit einem besseren Allgemeinwissen sowie mit höherer kognitiven Reflexivität und geringerer Selbsteinschätzung einhergeht.

Insgesamt ergab sich für die Wissenschaftler das Bild, dass “intellektuelle Demut” mit einer besseren Selbsteinschätzung des eigenen Wissens zusammenhängt, auch wenn die eigenen Fähigkeiten mitunter zu niedrig eingeschätzt werden. Zudem ergaben sich Korrelationen mit reflektiven Denken, intellektueller Motiviertheit, Neugier, intellektueller Offenheit und offenen Denken. Die intrinsische Lernbereitschaft ist höher, während die Neigung zum Bestrafen anderer (Vigilantismus) geringer ist.

Es gibt allerdings keine Verbindung mit besseren kognitiven Fähigkeiten. Man kann also intellektuell verschlossen sein und sich selbst überschätzen, aber genauso schlau wie die Demütigen sein. Es könnte also sein, was die Wissenschaftler vermuten, dass “intellektuelle Demut” mit gelernten Fähigkeiten und Wissensleistungen (kristalliner Intelligenz), aber nicht mit der Problemlösungsfähigkeit (fluider Intelligenz) zusammenhängt. Intellektuell Demütige – ein extremes Gegenbeispiel wäre Donald Trump – sind nicht gescheiter, sondern wohl einfach selbstreflexiver und umgänglicher, wahrscheinlich also die sympathischeren Menschen, die auf wissen wollen, was andere denken.

Florian Rötzer, telepolis, 5.4.19