Hartz-IV: Für viele Rentner*innen und Langzeitarbeitslose in Hessen ist Armut Programm

Zwei Nachrichten zum Jahresende haben die Befürchtungen bestätigt: Nach einer Studie des Pestel-Instituts werden im Jahr 2030 vermutlich eine Million Arbeitnehmer*innen in Hessen eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung erhalten. Das wäre mehr als jeder Dritte. Allein in Frankfurt wären 188.000 Menschen betroffen. In Hessen beziehen ...

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Offener Brief: Der Einsatz für Menschenrechte ist nicht antisemitisch

In einem offenen Brief verurteilen mehr als 80 namhafte jüdische Wissenschaftler und Intellektuelle, darunter Noam Chomsky, Eva Illouz, Alfred Grosser, Moshe Zimmermann, Judith Butler und Micha Brumlik, die Anfeindungen gegen unseren Verein und rufen die deutsche Zivilgesellschaft auf, die freie Meinungsäußerung jener zu gewährleisten, die ...

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Der Armutsbericht 2018 des Paritätischen u.a.: Keine Trendwende bei der Armut

Anfang Dezember stellte der Paritätische Gesamtverband den Armutsbericht 2018[1] vor. Die Analyse der gesellschaftlichen Tendenzen schlägt sich in Vorschlägen für eine Trendwende in der Armutsbekämpfung nieder: für ein Rentensystem, das vor Armut im Alter schützt, und für eine Grundsicherung, die wirklich die Armut zurückdrängt. Grundsätzlich müsste ...

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Mor­gen, Kin­der, wird’s nichts geben!

Ein klei­nes Weih­nachts­ge­dicht, von Erich Käs­t­ner aus dem Jahre 1928, weil es auch 90 Jahre spä­ter noch (oder wie­der) sehr gut zur so­zia­len Lage passt. Mor­gen, Kin­der, wird’s nichts geben! Nur wer hat, kriegt noch ge­schenkt. Mut­ter schenk­te Euch das Leben. Das ge­nügt, wenn man’s be­denkt. Ein­mal kommt auch Eure ...

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DGB: Kein Jobwunder durch Hartz IV

In Deutschland wird wieder über Hartz IV diskutiert. Und das zu Recht, wenn nach zwölf Monaten Arbeitslosigkeit der Absturz in die Bedürftigkeit droht. Doch einige Befürworter der Hartz-Reformen argumentieren, dass Hartz IV viele Arbeitsplätze geschaffen habe. Wenn aber 1,2 Millionen Erwerbstätige ihr Einkommen aufstocken müssen, ...

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EGMR verlangt Freilassung des ehemaligen HDP-Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş: Politische Geisel

Seit über zwei Jahren ist Selahattin Demirtaş im Hochsicherheitsgefängnis Edirne in der Westtürkei interniert. Demirtas und Figen Yüksekdag, mit der er den Vorsitz der Demokratischen Partei der Völker (HDP) teilte, sowie neun weitere HDP-Abgeordnete waren am 3. November 2016 rechtswidrig verhaftet worden. Dem ehemaligen Co-Vorsitzenden wird ...

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IG Metall-Umfrage – 190.000 wählen »Umwandlung von Geld in Zeit« »Wer will, der kann!«

IG Metall-Umfrage – 190.000 wählen »Umwandlung von Geld in Zeit« »Wer will, der kann!«

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Oskar Lafontaine: Geplantes Einwanderungsgesetz widerspricht Migrationspakt

Die Absicht, qualifizierte Fachkräfte aus Entwicklungsländern für die deutsche Wirtschaft abzuwerben, widerspricht dem viel diskutierten UN-Migrationspakt. Unter Ziel 2: „Minimierung nachteiliger Triebkräfte und struktureller Faktoren, die Menschen dazu bewegen, ihre Herkunftsländer zu verlassen“, heißt es… „Wir verpflichten uns, förderliche politische, wirtschaftliche und soziale Bedingungen, sowie Umweltbedingungen ...

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Sie nannten uns Sozialhilfe-Adel

#unten Wenig Geld? Selber schuld. Faul. Dumm. Soziale Diskriminierung gehört in diesem Land zum Alltag. Zeit für einen Aufschrei Christian Baron | Ausgabe 45/2018 Fast wäre ich zur Bundeswehr gegangen. Als 18-Jähriger saß ich dem Karriereberater des Militärs gegenüber, und er argumentierte ...

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Hessen: Die Alles-bleibt-beim-Alten-Wahl

Der Niedergang der Bundes-SPD, die am deutschen Geschäftsmodell Dumpinglohn partout nichts ändern will, kann weitergehen Von Arnold Schölzel, jwAn die 60 Prozent der befragten hessischen Wähler gaben an, sie seien mit der Arbeit ihrer Landesregierung aus CDU und Grünen zufrieden. Das hätte in früheren Zeiten der ...

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VW-Abgas-Skandal: Wie Autokonzerne mutwillig unsere Gesundheit gefährden

vw

Der Skandal um manipulierte Abgastests von VW-Dieselfahrzeugen in den USA zieht immer weitere Kreise. Der zweitgrößte Automobilkonzern der Welt mit einem Jahresumsatz von 202,5 Milliarden Euro sowie einem offiziellen Gewinn vor Steuern von 14,8 Milliarden Euro im letzten Jahr hat versucht, mit massiven Manipulationen von Testergebnissen auf dem hart umkämpften US-Markt neue Marktanteile zu erobern. Das US-Justizministerium hat bereits strafrechtliche Ermittlungen gegen VW eingeleitet. Der Konzern will deshalb im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden Euro für eventuelle Strafen zurückstellen. Die VW-Aktie brach heute erneut um bis zu 20 Prozent ein. Rücktrittsforderungen gegen VW-Chef Martin Winterkorn werden lauter.

Tatsächlich wirft die VW-Affäre ein Schlaglicht auf das gesamte verlogene “Greenwashing” der internationalen Monopole. Dies ist nicht nur ein VW-Problem, auch wenn zu Recht drastische Strafen gegen die verantwortlichen VW-Manager gefordert werden. Es hat von 1955 bis 2012 gedauert, bis die Weltgesundheitsorganisation WHO Dieselabgase als eindeutig krebserzeugend eingestuft hat. Der Zusammenhang mit der Entstehung von Lungenkrebs gilt als erwiesen. Arbeiter, die Dieselabgasen ausgesetzt sind, haben ein 40 Prozent höheres Lungenkrebsrisiko (“Deutsche Ärzte-Zeitung”, 19.6.2012).

Diese Ergebnisse rühren weder die Hersteller von Dieselfahrzeugen – neben VW in Deutschland auch Audi, Daimler, BMW, Ford und Opel – noch die Bundesregierung. 2014 waren knapp 48 Prozent der PKW-Neuzulassungen in Deutschland Dieselfahrzeuge, insgesamt knapp drei Millionen. Abgastests haben die kalifornische Umweltbehörde dazu veranlasst, bei VW genauer nachzusehen. Aufgedeckt wurde dabei die vierzigfache Überschreitung der in Kalifornien geltenden Dieselabgas-Grenzwerte.

Schon im Februar 2015 machte der kalifornische Umweltminister James M. Strock die EU – Kommission, das EU-Parlament und die Bundesregierung auf das Problem der Genzwertüberschreitung aufmerksam. Doch dessen ungeachtet “kämpft in Deutschland die Bundesregierung für das Recht der Autobauer auf die Verschmutzung der Atemluft … und verweigert behördliche Nachkontrollen selbst bei Überschreitungen der Stickstoffdioxiod-Werte um 2.500 Prozent”, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der “Deutschen Umwelthilfe” (DUH) in einer Presserklärung vom 19. September. Die DUH geht davon aus, dass die Anzahl der “hochemittierenden Diesel-Pkw” in Europa in die Millionen geht, da “auch von anderen Diesel-Pkw-Herstellern wie BMW, Daimler, Ford und Opel” ähnlich wie bei VW verfahren werde.

Längst gibt es in der EU und damit auch in Deutschland Verordnungen, die eine Einhaltung der Abgasgrenzwerte nicht nur im Test, sondern auch im Normalbetrieb vorschreiben. Software-gesteuerte Abschaltvorrichtungen, die automatisch Tests erkennen und den Abgasgehalt herunterregeln, wie jetzt in den USA aufgedeckt, sind auch hierzulande ausdrücklich unter Strafe gestellt. Aber: Das Kraftfahrbundesamt verweigert sowohl die Durchführung von Kontrollmessungen als auch behördlich angeordnete Rückrufaktionen aufgrund von Verstößen gegen Umweltvorschriften. Ein durch die EU-Kommission angedrohtes Vertragsverletzungsverfahren aufgrund der Verwässerung von EU-Abgasstandards in Deutschland von Mitte Juni 2015 änderte daran nichts.

Mehr als deutlich wird hier, wie der Staat als Dienstleister der internationalen Übermonopole, hier besonders der Autokonzerne, wenn es in deren Interesse notwendig ist, selbst geltendes Recht bricht und den Schutz für Umwelt und Gesundheit beiseite schiebt. Technisch ist es längst möglich, die gefährlichen Abgase herauszufiltern, allerdings um den Preis eines höheren Spritverbrauchs und geringerer Leistung. Darin liegt – neben geringerer Katalysatorkosten – wohl ein Hauptgrund für die Manipulationen durch VW und andere Hersteller.

Umweltbewegung und Arbeiterbewegung müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass diese Gefährdungen für Leben und Gesundheit auf Kosten der industriellen Verursacher besonders in der Autoindustrie beseitigt werden. Besonders betroffen sind Kollegen in der Logistikbranche, Berufsfahrer, Hafenarbeiter, auch Bergleute oder Bauarbeiter. Dieses Thema wird bestimmt auch auf der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz im Oktober 2015 in Sindelfingen eine wichtige Rolle spielen.