Nordsyrien: Demokratische Föderation erklärt Manbij zum 4. Kanton

Die Region um die nordsyrische Stadt Manbij wurde zum vierten Kanton der nordsyrischen demokratischen Föderation erklärt.[1] Für die Türkei ist dies eine erneute Niederlage bei dem Versuch, in Syrien mitspielen zu dürfen. Der Hass auf die kurdische Bevölkerung hat dazu geführt, dass die Türkei in ...

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Haftstrafe für Kurden

Verurteilt wegen »Kadertätigkeit« für PKK Das Berliner Kammergericht hat am Freitag einen Kurden wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Damit blieb es fünf Monate unter der Forderung der Generalstaatsanwaltschaft. Die Verteidigung hat Revision angekündigt. Die Kammer ...

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Die »Abschiebe«-Kanzlerin

»Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt. Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein«, ist auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes zu lesen. Diese Warnung gilt jedoch nicht für afghanische Flüchtlinge, die wegen dieser Gefahren aus ihrem ...

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Bundesregierung kommt der Türkei entgegen und weitet PKK-Verbot in Deutschland aus

Von AZADÎ e.V., Rechtshilfefonds für Kurdinnen und Kurden in Deutschland, und Civaka Azad Während in den Medien von einem tiefgreifenden Zerwürfnis des deutsch-türkischen Verhältnisses anlässlich der Wahlkampfauftritte türkischer Minister in Deutschland die Rede ist, läuft die Zusammenarbeit hinter den Kulissen geschmiert wie immer. Anlässlich kurdischer Demonstrationen ...

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Für Freiheit und Demokratie in der Türkei: NEIN beim Referendum für das Präsidialsystem!

Die faschistische Regierung der Türkei unter Recep Tayyip Erdogan nutzt den Putsch vom 15. Juli 2016 als Vorwand, um alle demokratisch-oppositionellen Kräfte in der Türkei zu unterdrücken und immer mehr bürgerlich-demokratische Rechte und Freiheiten auszuhebeln. Der Bündnisrat des Internationalistischen Bündnisses hat einen Aufruf zur "Nein"-Kampagne ...

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Atomwaffen für Deutschland?

Wenn die USA ihren "Atomschild" über Deutschland und Europa zurückziehen, braucht dann Deutschland eigene Atomwaffen? Diese Diskussion begann nach Trumps Amtsantritt mit einem Artikel in der Financial Times, in dem der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter meinte, Europa brauche jetzt einen eigenen "Atomschirm". Inzwischen hat sich die gefährliche ...

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Lafontaine: Schulz soll Agenda 2010 jetzt zurücknehmen

SPD soll rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag noch vor der Wahl zu nutzen / LINKE fordert Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes Eine Verabschiedung der SPD von der Agenda 2010 ist eine linke Kernforderung für ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis. Nun kündigte Schulz an, zumindest Teile des Prekarisierungsprojekts zurückzunehmen. Das freut den ...

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Uni Gießen will Tierversuche zementieren

  Neues 3R-Zentrum soll von Tierexperimentator geleitet werden Hessen will die Zahl der Tiere in den Laboren spürbar verringern. Doch die bereitgestellten zwei Millionen Euro „fließen großenteils in die Zementierung des tierexperimentellen Systems“, kritisiert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche. An der Justus-Liebig-Universität Gießen wird mit Landesmitteln ...

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Opel- und PSA-Kollegen: Tous ensemble – Alle zusammen!

Unter der Überschrift "Tous ensemble - Alle zusammen! Gemeinsamer Kampf von Opel- und PSA-Kollegen ist das Gebot der Stunde!" ist heute eine Extra-Ausgabe der Kollegen-Zeitung Der Blitz - Gemeinsame Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland erschienen: "... Nach der ersten Schockstarre ...

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Mehr Gerechtigkeit: Die alte Leier frisch aufgeschulzt

Und damit will die SPD Wahlen gewinnen? Die alte SPD hat seit Neuestem, was man auf Neudeutsch wohl einen Shooting Star nennt: Martin Schulz, den Hoffnungsträger. Und der hat ein Motto, das alle Leute - vor allem aber die alten SPD-Anhänger - vor haltloser Begeisterung schier ...

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Warschauer Ghetto: Überleben nicht vorgesehen

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Heute vor 75 Jahren wurde die Gründung des Warschauer Ghettos vollzogen. Die jüdische Bevölkerung wurde binnen sechs Wochen in das Sperrgebiet zwangsumgesiedelt. Dort fehlte es an allem: an Nahrung, Medikamenten, Kohle zum heizen. Im Sommer 1942 begannen die Nazis, die Ghettoinsassen in die Vernichtungslager der Umgebung zu bringen.

„Dieser Tag, Sonntag, der 13. Oktober, machte einen wunderlichen Eindruck auf mich. 140.000 Juden aus den Vororten Warschaus (…) werden gezwungen, ihr Heim zu verlassen und in das Ghetto zu ziehen. Alle Vororte sind von den Juden geleert worden. (…) Den ganzen Tag bewegten die Menschen Möbel“. Emanuel Ringelblum (1900-1944), der ein Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos aufbaute, hielt fest, wie die Juden in den Vorhof zur Hölle einzogen. Nur wenige entgingen der Ermordung.

Bis 1939 beherbergte die polnische Hauptstadt die größte israelitische Kultusgemeinde Europas. Dann kamen die deutschen Besatzer. Vor 75 Jahren, am 2. Oktober 1940, befahlen sie, mitten in der Altstadt ein Ghetto einzurichten. Fast 500.000 Frauen, Männer und Kinder verschwanden über die Jahre hinter Mauern und Stacheldraht. Bis zu 5.000 Menschen starben in nur einem Monat an Hunger, Kälte oder Seuchen. Hunderttausende wurden in Vernichtungslager deportiert.

Marcel Reich-Ranicki (1920-2013), dem 1943 die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelang, erinnerte sich später an die Zeiten der deutschen Besatzung, „an das große Gaudium der Sieger, das unvergleichliche Vergnügen der Eroberer, die Jagd auf die Juden“.

Der Historiker Stefan Klemp betont, dass es vor allem Polizisten und nicht SS-Angehörige waren, die das „Alltagsgeschäft“ des Mordens besorgten. Sie trugen berüchtigte Spitznamen: „Duschek Judenschreck“, „Frankenstein“ oder „Totenkopfjäger“. Klemp zufolge wetteiferten sie, wer die meisten Juden erschoss.

Am 2. Oktober 1940 vollzog der Gouverneur des Distrikts Warschau im Generalgouvernement Polen, Ludwig Fischer, offiziell die Gründung des Ghettos. Er ordnete an, dass die jüdische Bevölkerung aus Warschau und der näheren Umgebung binnen sechs Wochen in das Sperrgebiet umzuziehen hatte. Mitte November riegelten die Besatzer das Areal dann ab. Wachen zogen auf, der Schmuggel wurde lebensnotwendig – und zugleich lebensgefährlich.

„Damit drängten sich etwa 30 Prozent der Warschauer Bevölkerung auf 2,4 Prozent des Stadtgebiets“, schreibt die Münchner Historikerin Andrea Löw. Das Ghetto, von den Deutschen verharmlosend „Jüdischer Wohnbezirk“ genannt, umfasste nur wenig mehr als drei Quadratkilometer. Sieben bis acht Menschen lebten durchschnittlich in einem Zimmer, manchmal waren es bis zu 13.

Es fehlte an allem: an Nahrung, Medikamenten, Waren des täglichen Bedarfs. Die Kohle zum Heizen reichte nicht einmal für die Hälfte der Bevölkerung.

Tragische Figur war der Ingenieur Adam Czerniaków, Vorsitzender des Judenrates. Ihn hatten die Deutschen eingesetzt, um per Selbstverwaltung vor allem die Bereitstellung von Arbeitskräften und die Organisation von Arbeit im Ghetto regeln zu lassen. Czerniaków musste an seiner Aufgabe scheitern: „Er wollte Leben organisieren innerhalb eines Systems, in dem Überleben letztlich nicht vorgesehen war“, schreibt Löw.

Im Sommer 1942 begannen die Nazis, die Ghettoinsassen in die Vernichtungslager der Umgebung zu bringen, vor allem ins nahe gelegene Treblinka. Täglich musste der Judenrat bis zu 6.000 Menschen zur Deportation auswählen. Czerniaków weigerte sich, dafür Listen zu erstellen. Am 23. Juli beging er Suizid: Er wollte nicht mit den Nazis kollaborieren. Stoppen konnte er die Aktion nicht. Bis zum 21. September fuhren etwa 260.000 Menschen in Güterwaggons in den Tod.

In den Morgenstunden des 19. April 1943 drangen motorisierte SS- und Polizeitruppen mit ihren Helfern ins Ghetto ein, um die verbliebenen 70.000 Bewohner abzutransportieren. Doch schon nach wenigen Metern wurden sie beschossen und mit Molotow-Cocktails beworfen. Die überraschten Deutschen zogen sich zurück – ein Triumph für den „Jüdischen Kampfbund“. Waffen waren auf dem Schwarzmarkt gekauft und von der polnischen Untergrundorganisation „Heimatarmee“ geliefert worden.

Die Deutschen setzten daraufhin systematisch ganze Häuserzeilen in Brand und sprengten Gebäude. Den wenigen Hundert jüdischen Kämpfern mangelte es an Waffen, Munition und militärischer Ausbildung, aber nicht an Mut.

Anführer einer der beteiligten Kampforganisationen, des ZOB, war der 24-jährige Mordechai Anielewicz. „Mein Lebenstraum hat sich erfüllt. Der bewaffnete jüdische Widerstand und die jüdische Vergeltung sind Wirklichkeit geworden. Ich habe gesehen, wie wunderbar heldenhaft jüdische Truppen kämpften“, schrieb er einem Mitstreiter. Anielewicz starb mit mehreren Getreuen am 8. Mai in einem Bunker.

„Es ging nur darum, die Art des Sterbens zu wählen“, sagte Marek Edelman später, einer der wenigen Überlebenden des Aufstandes im Warschauer Ghetto: „Es ging darum, sich nicht abschlachten zu lassen.“

Knapp vier Wochen lang gelang es den Juden, sich im Häuserkampf zu halten. Nur einzelne Kämpfer konnten fliehen. Am 16. Mai 1943 erklärte der SS-General Jürgen Stroop: „Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr.“

Dieter Graumann, ehemaliger Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, würdigte am 70. Jahrestag des Aufstandes den jüdischen Heldenmut. „Der Aufstand ist für uns bis heute ein Fanal geblieben. Wir nehmen Benachteiligung nicht mehr widerspruchslos hin. Wir verstecken uns nicht. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Und wir lassen uns unser jüdisches Leben auch nicht beschränken.“ (epd/mig)