Sie nannten uns Sozialhilfe-Adel

#unten Wenig Geld? Selber schuld. Faul. Dumm. Soziale Diskriminierung gehört in diesem Land zum Alltag. Zeit für einen Aufschrei Christian Baron | Ausgabe 45/2018 Fast wäre ich zur Bundeswehr gegangen. Als 18-Jähriger saß ich dem Karriereberater des Militärs gegenüber, und er argumentierte ...

weiterlesen

Hessen: Die Alles-bleibt-beim-Alten-Wahl

Der Niedergang der Bundes-SPD, die am deutschen Geschäftsmodell Dumpinglohn partout nichts ändern will, kann weitergehen Von Arnold Schölzel, jwAn die 60 Prozent der befragten hessischen Wähler gaben an, sie seien mit der Arbeit ihrer Landesregierung aus CDU und Grünen zufrieden. Das hätte in früheren Zeiten der ...

weiterlesen

“AfD wie eine stumme kalte Wand” – Abrechnung der Gießener Linken im Kreistag mit der AfD

“Alternativen für den Landkreis Gießen reloaded” betitelt die Kreistagsfraktion Gießener Linke im Landkreis Gießen einen aktuellen Berichtsantrag. Was sich auf den ersten Blick wie eine Satire liest, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Abrechnung der Gießener Linken mit der bisherigen Tätigkeit der AfD im Kreistag. ...

weiterlesen

Studenten beleben leerstehendes Haus

Eine Gruppe aus Gießener Studenten und Absolventen hat am Montagmorgen ein leerstehendes Gebäude an der Senckenbergstraße besetzt. Sie sprechen von einer "Belebung" des Hauses. Hier die Erklärung der Besetzer*innen 1. Selbstverständnis Das Kultlab ist ein Raum für alle. Es ist ein Freiraum, in dem Menschen sich frei von ...

weiterlesen

Klatsche für RWE

Doppelte Niederlage für Energiekonzern: Hambacher Forst darf vorerst nicht gerodet werden, Demonstrationsverbot aufgehoben. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Freitag im Eilverfahren entschieden, dass der Energiekonzern RWE den Hambacher Forst nicht zugunsten des Braunkohleabbaus roden darf, bis über die Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ...

weiterlesen

Verkehrswende im Wiesecktal

Die Grundidee Das Wiesecktal verläuft in Ost-West-Richtung und verfügt sowohl über eine Bahnlinie als auch einen überregionalen Fahrradweg, der im Tal läuft. Da die Hauptverkehrsströme und die stark befahrene B49 ebenso verlaufen, ist es einfach, Verkehrsströme ohne großen Aufwand von der Straße auf Bahn und Radverkehr ...

weiterlesen

Istanbul: „Die Baustelle gleicht einem Gefangenenlager“

Mit Bürgerkriegsmaßnahmen und hemmungsloser Demagogie versucht das Erdoğan-Regime, den Kampf von mehr als 30.000 Arbeitern der Baustelle des dritten Istanbuler Flughafens zu unterdrücken. Die Arbeiter kämpfen gegen Todesfälle, schlechtes Essen, schlechte Unterbringung und immer wieder ausbleibende Bezahlung. So wurden bei einem Unfall, der letztendlich Auslöser für ...

weiterlesen

Wir stehen geschlossen für einen Kohleausstieg, der seinen Namen verdient

Gemeinsame Erklärung von BUND, campact, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, NABU, Naturfreunde, WWF und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring Die anhaltende Rekorddürre und die verheerenden Taifune und Hurrikane in Asien und den USA verdeutlichen noch einmal, wie wichtig die Umsetzung unserer völkerrechtlich verpflichtenden Klimaziele ist. Der in den ...

weiterlesen

Völkischer Schulterschluss und Jagdszenen auf Migranten in Chemnitz

Auf dem rechten Auge blind Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz spielt eine dubiose Rolle. Wie weit seine Behörde in den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und sein Umfeld mit V-Leuten und anderen Ermittlern hineinwirkte[1], ist unaufgeklärt. Weshalb sich Maaßen mit Spitzenvertreter*innen der AfD traf, ist von ihm bis ...

weiterlesen

Wie man Fluchtursachen schafft

Der Ausbau der EU-Flüchtlingsabwehr ist ein zentraler Schwerpunkt der gestern gestarteten Afrikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wie Regierungskreise bestätigen, wird Merkel nach ihren gestrigen Gesprächen in Senegal auch heute in Ghana und morgen in Nigeria über Schritte verhandeln, um die Flucht von Menschen vor Armut, ...

weiterlesen

Zum Tod von “Emmely” – eine Kämpferin verliert ihren letzten Kampf

Barbara Emme alias "Emmely"

26.03.15 – Am Montag, 23. März, verstarb in Berlin “Emmely” im Alter von nur 57 Jahren an Herzversagen. Der tragische Tod von “Emmely”, der unter diesem Namen in ganz Deutschland bekannt gewordenen Supermarkt-Kassiererin Barbara Emme, hat auch ihren erfolgreichen Kampf noch einmal in Erinnerung gerufen. Der “Berliner Tagesspiegel” berichtet wie alle großen Medien voller Respekt: “Sie (Emmely) hatte von 2008 bis 2010 vor Gericht um ihren Arbeitsplatz an der Kasse eines Kaiser’s-Supermarktes im Bezirk Hohenschönhausen gekämpft – und schließlich nach allen Instanzen vor dem Bundesarbeitsgericht gewonnen. Die Kaiser’s-Tengelmann-Gruppe musste ihre fristlose Kündigung zurücknehmen.”

Emmely hat sich erfolgreich gegen die falsche Anschuldigung gewehrt, sie hätte zwei Flaschenpfand-Bons im Wert von 1,30 Euro “veruntreut”. Sie ließ sich durch nichts und niemand in die Knie zwingen. Die fristlose Kündigung musste schließlich zurückgenommen werden.

Sie, die 31 Jahre lang als Kassiererin “ihre Haut zum Markte” getragen hatte, kämpfte sich durch alle gerichtlichen Instanzen und bekam schließlich vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt Recht. Sie kam auf ihren bisherigen Arbeitsplatz zurück, allerdings in einer anderen Filiale. Ihre alte Filiale war in der Zwischenzeit vom Kaisers-Tengelmann-Konzern aufgelöst worden. Der Konzern musste ihr den Lohn für zwei Jahre nachzahlen.

Auf diesem harten Weg hat “Emmely” eine Welle der Solidarität ausgelöst, in der Frauenbewegung, in der Gewerkschaftsbewegung bis in bürgerliche Kreise – genannt sei der damalige Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse – hinein. In der “Roten Fahne” 6/2015 berichtete sie stolz, wie sie sich gegen rechte Gewerkschaftsfunktionäre durchgesetzt hat und in den Betriebsrat gewählt wurde.

An ihrem “Fall” wurde die doppelte Ausbeutung der werktätigen Frauen in den Supermärkten, in den Minijobs, sowie deren unverschämte politische Unterdrückung, wenn sie sich wie “Emmely” kämpferisch und gewerkschaftlich engagierten, in aller Schärfe sichtbar. Diese Welle der Solidarität für “Emmely” ist in heute weit verbreitete Kämpfe – wie den langwierigen Streik der Amazon-Arbeiter und Angestellten gegen unverschämte Niedriglöhne – eingegangen. Zugleich war “Emmely” mit der Entfaltung der kämpferischen Frauenbewegung, für die Befreiung der Frau in einer befreiten Gesellschaft, hier und international eng verbunden. Diese kämpferische Frauenbewegung formiert sich im Prozess der Weltfrauenkonferenzen der Basisfrauen kraftvoll.

Schon an der ersten Weltfrauenkonferenz 2011 in Caracas/Venezuela hat “Emmely” teilgenommen. Mit der Initiatorin und Koordinatorin der Weltfrauenkonferenz, der Revolutionärin Monika Gärtner-Engel, entfaltete “Emmely” eine freundschaftliche und fruchtbare Zusammenarbeit. Am 11. Frauenpolitischen Ratschlag im Oktober 2014 (1) in Chemnitz nahm sie teil. Dessen Motto “Frauen der Welt erklimmen die höchsten Berge” war ihre Welt. Ihre Teilnahme an der II. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Nepal/Kathmandu war geplant. Sie hatte vor, sich als Delegierte zu melden. An der Europakonferenz der Weltfrauen in Athen zur Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz im Januar konnte “Emmely” jedoch schon nicht mehr teilnehmen, ihre Kräfte ließen es nicht mehr zu.

Leider wird der Wunsch von „Emmely“, die höchsten Berge zu erklimmen, nicht mehr in Erfüllung gehen. Umso mehr ist ihr früher Tod Ansporn, ihren Kampfgeist aufzugreifen. Eine starke “Weltfrau” und Kämpferin ist von uns gegangen.