Wir stehen geschlossen für einen Kohleausstieg, der seinen Namen verdient

Gemeinsame Erklärung von BUND, campact, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, NABU, Naturfreunde, WWF und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring Die anhaltende Rekorddürre und die verheerenden Taifune und Hurrikane in Asien und den USA verdeutlichen noch einmal, wie wichtig die Umsetzung unserer völkerrechtlich verpflichtenden Klimaziele ist. Der in den ...

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Völkischer Schulterschluss und Jagdszenen auf Migranten in Chemnitz

Auf dem rechten Auge blind Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz spielt eine dubiose Rolle. Wie weit seine Behörde in den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und sein Umfeld mit V-Leuten und anderen Ermittlern hineinwirkte[1], ist unaufgeklärt. Weshalb sich Maaßen mit Spitzenvertreter*innen der AfD traf, ist von ihm bis ...

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Wie man Fluchtursachen schafft

Der Ausbau der EU-Flüchtlingsabwehr ist ein zentraler Schwerpunkt der gestern gestarteten Afrikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wie Regierungskreise bestätigen, wird Merkel nach ihren gestrigen Gesprächen in Senegal auch heute in Ghana und morgen in Nigeria über Schritte verhandeln, um die Flucht von Menschen vor Armut, ...

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AfD sympathisiert offen mit dem Mob

Rechter Sumpf Bei Protesten am Sonntagnachmittag sind in Chemnitz mehrere Hundert Demonstranten durch die Innenstadt gezogen. Unter ihnen waren gewaltbereite Rechte, die gegen »Ausländerkriminalität« protestierten. Es war eine spontane Demonstration nach den tödlichen Messerstichen auf einen 35 Jahre alten Mann beim Chemnitzer Stadtfest. Die rechte Ultra-Fußballvereinigung »Kaotic ...

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Gießener Linke fordert Wohnraumvermittlungsstelle im Landkreis

Bei der Registrierung von Menschen, die eine Sozialwohnung benötigen und bei der Vergabe solcher Wohnungen gibt es in den Kreiskommunen weder einen einheitlichen Erfassungskatalog noch transparente Vergaberichtlinien. Das sei aber erforderlich, um flächendeckend eine sozial- und bedarfsorientierte Wohnraumversorgung zu ermöglichen. „Oft“, so Reinhard Hamel, Fraktionsvorsitzender der ...

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Prekäre Lebensverhältnisse – Das Beispiel der Alleinerziehenden

Meinungsumfragen spiegeln Erwartungen und Meinungen; und zeigen als Zeitreihe betrachtet Verschiebungen von gesellschaftlichen Bewertungen und Positionen bei größeren Wählergruppen. Die konkreten Werte beim Deutschlandtrend[1] belegen seit den Bundestagswahlen eine Umgruppierung im bürgerlichen Lager. Aktuell liegen CDU/CSU bei 29%, die AfD bei 17% und die FDP bei ...

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Grüne Städte senken das Überflutungsrisiko

Prof. Dr. Helmut Grüning ist Experte für Stadthydrologie und forscht an der FH Münster Extreme Sommerhitze – Gewitter – Starkregen – Überflutung: ein Kreislauf in den Sommermonaten, der nicht nur im Jahr 2014 in Münster verherende Auswirkungen hatte. Wenn sich die Niederschläge auf Brachflächen, Wiesen oder ...

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Formen prekärer Beschäftigung – das Beispiel Leiharbeit

Ein moderner Mythos kreist um die These vom Beschäftigungswunder Deutschland. In Deutschland lasse sich gut und gerne leben, hier sei der Grundkonflikt von Lohnarbeit und Kapital endgültig aufgehoben. Dieser Eindruck stützt sich auf Arbeitsmarktstatistiken aus Nürnberg. In der Tat: Die Zahl der Beschäftigten ist auf einem ...

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Befristete Beschäftigung auf Rekordstand

Ein sozialdemokratisches Kernanliegen bei der erneuten Bildung einer neuen »großen« Koalition aus CDU/CSU und SPD war die Reform der Rahmenbedingungen für befristete Beschäftigung. Digitalisierung, Globalisierung, weltweiter Wettbewerb: Die Arbeitswelt wird immer ungerechter. Ein Thema in diesem Dickicht einer ungerechten Arbeitswelt ist die Befristung ohne sachlichen Grund. ...

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Verdunkelt, verschleiert, geschreddert

Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kilic, Michèle Kiesewetter, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik, Halit Yozgat. Namen, die für traumatisierte Familienangehörige, erschütterte Freunde und Kollegen stehen. Alle zehn Mitbürger*innen – neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft und eine deutsche Polizistin – wurden ...

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Zum Tod von “Emmely” – eine Kämpferin verliert ihren letzten Kampf

Barbara Emme alias "Emmely"

26.03.15 – Am Montag, 23. März, verstarb in Berlin “Emmely” im Alter von nur 57 Jahren an Herzversagen. Der tragische Tod von “Emmely”, der unter diesem Namen in ganz Deutschland bekannt gewordenen Supermarkt-Kassiererin Barbara Emme, hat auch ihren erfolgreichen Kampf noch einmal in Erinnerung gerufen. Der “Berliner Tagesspiegel” berichtet wie alle großen Medien voller Respekt: “Sie (Emmely) hatte von 2008 bis 2010 vor Gericht um ihren Arbeitsplatz an der Kasse eines Kaiser’s-Supermarktes im Bezirk Hohenschönhausen gekämpft – und schließlich nach allen Instanzen vor dem Bundesarbeitsgericht gewonnen. Die Kaiser’s-Tengelmann-Gruppe musste ihre fristlose Kündigung zurücknehmen.”

Emmely hat sich erfolgreich gegen die falsche Anschuldigung gewehrt, sie hätte zwei Flaschenpfand-Bons im Wert von 1,30 Euro “veruntreut”. Sie ließ sich durch nichts und niemand in die Knie zwingen. Die fristlose Kündigung musste schließlich zurückgenommen werden.

Sie, die 31 Jahre lang als Kassiererin “ihre Haut zum Markte” getragen hatte, kämpfte sich durch alle gerichtlichen Instanzen und bekam schließlich vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt Recht. Sie kam auf ihren bisherigen Arbeitsplatz zurück, allerdings in einer anderen Filiale. Ihre alte Filiale war in der Zwischenzeit vom Kaisers-Tengelmann-Konzern aufgelöst worden. Der Konzern musste ihr den Lohn für zwei Jahre nachzahlen.

Auf diesem harten Weg hat “Emmely” eine Welle der Solidarität ausgelöst, in der Frauenbewegung, in der Gewerkschaftsbewegung bis in bürgerliche Kreise – genannt sei der damalige Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse – hinein. In der “Roten Fahne” 6/2015 berichtete sie stolz, wie sie sich gegen rechte Gewerkschaftsfunktionäre durchgesetzt hat und in den Betriebsrat gewählt wurde.

An ihrem “Fall” wurde die doppelte Ausbeutung der werktätigen Frauen in den Supermärkten, in den Minijobs, sowie deren unverschämte politische Unterdrückung, wenn sie sich wie “Emmely” kämpferisch und gewerkschaftlich engagierten, in aller Schärfe sichtbar. Diese Welle der Solidarität für “Emmely” ist in heute weit verbreitete Kämpfe – wie den langwierigen Streik der Amazon-Arbeiter und Angestellten gegen unverschämte Niedriglöhne – eingegangen. Zugleich war “Emmely” mit der Entfaltung der kämpferischen Frauenbewegung, für die Befreiung der Frau in einer befreiten Gesellschaft, hier und international eng verbunden. Diese kämpferische Frauenbewegung formiert sich im Prozess der Weltfrauenkonferenzen der Basisfrauen kraftvoll.

Schon an der ersten Weltfrauenkonferenz 2011 in Caracas/Venezuela hat “Emmely” teilgenommen. Mit der Initiatorin und Koordinatorin der Weltfrauenkonferenz, der Revolutionärin Monika Gärtner-Engel, entfaltete “Emmely” eine freundschaftliche und fruchtbare Zusammenarbeit. Am 11. Frauenpolitischen Ratschlag im Oktober 2014 (1) in Chemnitz nahm sie teil. Dessen Motto “Frauen der Welt erklimmen die höchsten Berge” war ihre Welt. Ihre Teilnahme an der II. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Nepal/Kathmandu war geplant. Sie hatte vor, sich als Delegierte zu melden. An der Europakonferenz der Weltfrauen in Athen zur Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz im Januar konnte “Emmely” jedoch schon nicht mehr teilnehmen, ihre Kräfte ließen es nicht mehr zu.

Leider wird der Wunsch von „Emmely“, die höchsten Berge zu erklimmen, nicht mehr in Erfüllung gehen. Umso mehr ist ihr früher Tod Ansporn, ihren Kampfgeist aufzugreifen. Eine starke “Weltfrau” und Kämpferin ist von uns gegangen.